Sonne, Sand und Meer

771km and 3,578 meters altitude gain (in total 6,916km and 43,097 meters altitude gain)
771km und 3.578 Höhenmeter (insgesamt 6.916km und 43.097 Höhenmeter)

31. Dezember 2015 – 18. Januar 2016 – Muskat ist eine weit verstreute Stadt, die sich über ein sehr bergiges Gebiet ausdehnt und mit riesigen Autobahnen miteinander verbunden ist. Verzweifelt haben wir nach einem einfachen Weg in die Altstadt gesucht, hatten wir noch immer die Erinnerungen von Dubai im Kopf, kamen aber an den Autobahnen nicht vorbei. Am alten Hafen mieteten wir uns ein billiges Zimmer, das normalerweise nur an Arbeiter vermietet wird und gönnten uns einen Silvester-Drink in einem Hotel mit Blick über den bunt beleuchteten alten Hafen. Moslems feiern den Jahreswechsel erst irgendwann im Februar und da wir wie üblich nicht in einem schicken Hotel untergekommen waren, gab es auch keine besonderen Feierlichkeiten. Es war ein Tag wie jeder andere.

Coffee and dates with the Muscat taxi drivers while Johan is negotiating our room rate
Kaffee und Datteln mit den Taxifahrern in Muskat während Johan den Zimmerpreis aushandelt. Den Schal bekam ich übrigens kurz zuvor von einem Ladenbesitzer, der uns den Tipp mit dem Zimmer gegeben hatte.
A room with a view - this is Sheik Quaboos' private yacht
Zimmer mit Ausblick – auf die private Yacht von Sultan Quaboos
Old Muscat
Altstadt von Muskat
Life isn't too bad as a taxi driver in Oman
Das Leben als Taxifahrer im Oman könnte schlechter sein

DSCF7058 P1240600 P1240602 DSCF7116 DSCF7142

P1240606

The Royal Palace
Der königliche Palast

Weiter ging es die nächsten Tage auf dem malerischen Küstenweg. Kurz nach Muskat musste wir extrem steile Berge hoch und runter fahren und kamen daher nur sehr langsam voran. Wir waren auf dem Weg in das kleine Fischerdorf Yiti, da wir dort einen Tag am Strand verbringen wollten. Dort angekommen, gefiel es uns doch nicht so und wir fuhren am nächsten Tag weiter. Auf der Suche nach dem kürzesten Weg zurück zum Highway radelten wir durch einen wunderschön einsamen Wadi, meist auf einer unbefestigten Straße und immer wieder steil nach oben. Wir genossen fantastische Aussichten und obwohl wir uns fast wie am Ende der Welt vorkamen, tauchte nach einer Kurve immer wieder ein kleines Dorf auf. Wir konnten uns sogar bei einer Moschee mit kaltem Wasser erfrischen. Nur wenige Autos fuhren an uns vorbei und am frühen Nachmittag waren wir wieder auf der Hauptstraße.

Leaving Muscat, a gardener's heaven as all highways are lined by colourful flowerbeds
Hinter Muskat, ein Traum für Gärtner, da alle Hauptstraßen mit farbenfrohen Blumenbeeten bepflanzt sind.
Just one of the very steep gradients
Der Beginn vieler steiler Berge, die noch kommen sollten
Beach camp...
Zelten am Strand…
...with a view.
…mit schöner Aussicht.

DSCF7187

Wadi Lahloo: 

DSCF7206 DSCF7249 DSCF7258 P1240643 P1240646 P1240652 P1240653

Wir waren jetzt auf dem Weg zu den Stränden, wo Schildkröten ihre Eier legen. Auf dem Weg kamen wir an einer faszinierenden Senkgrube vorbei, in der man auch baden kann und zwei weitere, dieses Mal ganz andere Wadis. Wir fuhren mit den Rädern im Wadi Tiwi und waren plötzlich von Palmen und grüner Landschaft umgeben, ganz ungewohnt für unseren Augen, die mehr an die vielen Erdtöne gewohnt waren. Dieser Wadi führte auch Wasser und kurz vor Ende der Straße kreuzte das Wasser die Straße. Da ich bereits zahlreiche Flüsse überquert hatte, machte ich mir keine großen Gedanken und fuhr langsam weiter, verlor aber sofort die Kontrolle über das Rad und fiel. Die Straße war moosbewachsen und eisglatt. Ich konnte noch nicht einmal alleine mein Fahrrad wieder aufrichten, so glatt war die Straße. Johan hatte das alles nicht mitbekommen, da er am Fotografieren war. Alles was er zu sehen bekam, war mich im Wasser sitzend. Außer einer leicht schmerzenden Schulter sind sowohl ich als auch das Fahrrad mit dem Schrecken davongekommen.

DSCF7294

At the sink hole
An der Senkgrube

DSCF7324

Another nice camp spot by the sea
Ein weiterer schöner Zeltplatz am Strand

DSCF7366 DSCF7374 DSCF7393 DSCF7409 DSCF7401 DSCF7464

Arabs are so photogenic in their white dishdashas
Araber sind so photogen in ihren weißen Dishdashas
Wadi Tiwi
Wadi Tiwi
Accident aftermath
Nach dem Unfall

P1240677 DSCF7598 DSCF7621 DSCF7634

Sur: 

Breakfast and hiding from the soon downpour
Frühstück und Schutz vor dem bevorstehenden Regen

Mittlerweile waren wir in Ras al Hadd und an den Stränden, an denen die bedrohten grünen Schildkröten ihre Eier legen. Sie werden im Deutschen auch Suppenschildkröten genannt, womit klar wird, warum sie bedroht sind. Hauptsaison ist eigentlich erst im März, wenn Hunderte von Schildkröten nachts am Strand beobachtet werden können. Uns wurde aber versichert, dass sie das ganze Jahr über Eier legen.  Und wir haben tatsächlich zwei gesehen! Wir hatten unser Zelt am Strand aufgestellt und gegen 21:30 Uhr holte uns ein Guide ab, um mit uns die Strände abzufahren. Am vierten Strand hatten wir dann gegen 23:30 Uhr Glück: zwei grüne Schildkröten waren dabei, ihr Loch zu graben, um darin ihre Eier zu legen. Wir beobachten eine davon mit großem Abstand, um sie nicht zu stören. Erst als sie wirklich Eier legte, durften wir den Prozess aus der Nähe betrachten. Das Loch war ungefähr einen Meter tief und nur ca. 15cm breit. Die Eier sind rund und sehen wie Tischtennisbälle aus, mit einer weichen und zugleich sehr robusten Schale. Als sie fertig war, schüttete sie das Loch mit ihren Hinterflossen zu und lief langsam und erschöpft in Richtung Meer. Dabei verlor sie noch vier Eier, die wir dann bei den anderen Eiern vergruben. Wir hatten ein ziemlich schlechtes Gewissen, da wir dachten, die Schildkröte beim Eierlegen gestört zu haben, erfuhren aber später, dass die Tiere beim Eierlegen nichts mehr um sich herum mitbekommen und waren wieder beruhigt.

P1240728

Selfie-time
Zeit für Selfies

Ein Tag am Strand: 

First glance out of the tent checking the weather
Erster Blick aus dem Zelt, um nach dem Wetter zu schauen
"I am still sleeping"
“Ich schlafe noch!”
DSCF7888
Unser Zuhause für ein Paar Tage
Cooking out of the wind
Unsere Küche
Collecting shells
Muscheln sammeln am Strand
And taking a shower where the fishermen shower
Duschen, wo die Fischer duschen
Turtle watching at night (for those who might be worried about the light: this is a photo of a postcard)
Beim Schildkröten-Beobachten (für all diejenigen Tierschützer, die hier jetzt wegen des Fotos Bedenken haben: das ist ein Foto einer Postkarte)
A hatchling, which we saw as well as our guide caught one the day before, something we didn't like so much even though he promised to make sure it get's safely into the sea
Und hier eine frisch geschlüpfte Schildkröte, die wir auch gesehen haben, da unser Guide eine tags zuvor gefangen hatte, was wir natürlich nicht so toll fanden, er versprach uns aber, sie bald wieder freizulassen.

Bei einer traditionellen Zeremonie in Ras al Hadd: 

P1240742 P1240745 P1240748 P1240756 P1240764 P1240787 P1240802 P1240808 P1240821 P1240859

P1240836

Was uns sehr gestört hat, war der ganze Plastikmüll an den Stränden. Einkaufstaschen gibt es zwar, die werden aber nicht genutzt und im Supermarkt wird alles in Hunderte von Plastiktüten verpackt. Ich musste oft hart darum kämpfen, gebrauchte Plastiktüten verwenden zu dürfen oder eben gar keine, weil ich alles direkt in meine Radtaschen packte. Meist erntete ich ungläubiges Kopfschütteln oder wurde ausgelacht. Und wenn ich dann erklärte, warum ich das machte, schaute ich meist in noch ungläubigere Gesichter. Omanis lieben ihre Strände und ab dem späten Nachmittag fahren alle an den Strand, natürlich mit dem Auto und natürlich so dicht ans Wasser wie nur möglich, oft kommen sie noch nicht einmal aus dem Auto raus. Es wird dann oft gepicknickt und Essensreste und Plastiktüten bleiben dann einfach liegen oder werden aus dem Auto rausgeworfen, die Wenigsten räumen ihren Müll weg, obwohl an öffentlichen Stränden immer ausreichend Mülleimer – oft in Containergröße – rumstehen. Am nächsten Morgen kommt ja der Inder, Bangladeshi oder Pakistani, die den Strand wieder aufräumen, zumindest an den offiziell gekennzeichneten Stränden. An allen anderen landet alles irgendwann im Meer.

Nach ein Paar Tagen am Strand war es wieder Zeit für ein bisschen Bewegung und wir radelten in Richtung Al Hajar Berge, den höchsten Bergen der östlichen arabischen Halbinsel. Es ging vorbei an den Wahiba Sands mit seinen berühmten und wunderschönen Sanddünen. Eine Nacht stellten wir unser Zelt vor einem Wüstencamp auf, da das Camp selbst für uns viel zu teuer war. Und es ist ja auch ziemlicher Schwachsinn, für ein Zelt zu bezahlen, während wir ein eigenes dabei haben. Oman ist perfekt zum Zelten – es ist eines der sichersten Länder der Welt, Zeltplätze wie Parks mit Toiletten und oft sogar Duschen oder eben in der Natur gibt es ausreichend und das Wetter ist mit wenig Niederschlag hervorragend. Hotels sind sehr teuer, Hostels oder Gasthäuser gibt es nicht, der Oman-Tourismus ist auf den betuchten Touristen ausgerichtet. Aus diesem Grund haben wir während unserer Zeit im Oman fast ausschließlich gezeltet und die wenigen Hotelaufenthalte waren dann eine willkommene Belohnung. Am Ende des Tage hielten wir dann immer an einer Moschee, um unsere Trinkwasserflaschen mit Trinkwasser und unsere Waschwasserflaschen mit warmem Waschwasser aufzufüllen und suchten uns dann einen schönen Platz für unser Zelt. Am nächsten Morgen hielten wir wieder an einer Moschee, dieses Mal, um unsere Trinkwasserflaschen wieder aufzufüllen und unsere Klamotten zu waschen.

Still one more day cycling along the coast
Ein letzter Tag entlang des Meeres
DSCF7994
Selfie mit Kamelen
DSCF8031
Moscheen sind für Reisende sehr angenehm, da immer gekühltes Trinkwasser öffentlich zugänglich ist.

P1240895 DSCF7948 DSCF7988 DSCF8021 DSCF8034 DSCF8069 DSCF8084 DSCF8102

Looking for a camp spot at the end of the day
Auf der Suche nach einem Zeltplatz am Ende des Tages
Found the perfect spot
Gefunden!
P1240933
Immer wieder nette Omanis, die uns aushelfen

DSCF8174 DSCF8180

I think they meant moving sand dunes :-)
Animierte Sanddünen – hier hat wohl ein automatisches Übersetzungstool zugeschlagen – gemeint sind Wanderdünen.
P1240938
Beim Camp in den Wahiba Sands
DSCF8275
Unser Zelt vor dem Camp

DSCF8314

Leaving the campsite
Weiter geht’s

DSCF8398

P1240953 P1240963 P1240968

Al Kamil Schloss: 

DSCF8436 DSCF8445 DSCF8449 DSCF8455 DSCF8458 DSCF8468

Mittlerweile hatten wir es ein wenig eilig, da wir den Freitagsviehmarkt in Nizwa besuchen wollten. Die letzten 30km nach Nizwa waren wieder besonders gefährlich, da wir auf einer engen Straße mit viel Verkehr und ohne Seitenstreifen radeln mussten und das, obwohl wir dachten, wir hätten uns eine ruhige Nebenstraße ausgesucht. In Nizwa heil angekommen, durften wir in einem Apartment-Hotel zum Preis übernachten, den wir bezahlen wollten und konnten. Wir bekamen ein riesiges Apartment mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern, einer Küche und einem Wohn-/Esszimmer. Der einzige Nachteil, der sich später als Vorteil entpuppte, war, dass dieses Hotel an der gefährlichen Straße lag und wir täglich ca. 5km darauf in die Stadt hätten radeln müssen. Wir entschieden uns aber, zu trampen und durften am Markttag frühmorgens mit einem australischen Touristen im Auto in die Stadt fahren. Der Viehmarkt war sensationell. Stundenlang beobachteten wir die Verkäufer, die mit ihren potenziellen Käufern verhandelten und oft auch sehr verärgert wieder abzogen, weil der gebotene Preis wahrscheinlich viel zu niedrig war. Ziegen, Schafe und Kühe liefen mit ihren Besitzern zur Begutachtung im Kreis, einige der Tiere machten das augenscheinlich nicht zum ersten Mal, andere zogen ihre Besitzer mehr durch die erschreckte Menge als andersherum. Später spazierten wir noch durch den Souk und trampten wieder nach Hause. Innerhalb von fünf Minuten hielt Wilhelm aus Namibia, der uns kurzerhand zu sich zum Grillen einlud. Wir hatten einen wunderschönen Abend mit einigen seiner Freunde, tranken Wein und Bier und genossen das leckere Essen.

DSCF8532

DSCF8573
Dornen eines Akazienbaumes, den wir beim Zelten nicht so gerne sehen

DSCF8615

DSCF8623

P1240947 P1240973 P1240979 DSCF8501 DSCF8721

DSCF8556
Auffüllen von Wassertanks an einer Entsalzungsanlage

Die Altstadt von Nizwa:

DSCF8786 DSCF8794 DSCF8816

Auf dem Viehmarkt und im Souk: 

DSCF8823 DSCF8882 DSCF8914

DSCF8845 DSCF8945 DSCF9044 DSCF9183 DSCF8934 DSCF8945 DSCF8994 DSCF9107

DSCF8992

DSCF9342DSCF9351 DSCF9377

DSCF9303

DSCF9395 DSCF9398 DSCF9404 DSCF9407 DSCF9412 DSCF9414 DSCF9438 DSCF9496 DSCF9513 DSCF9651

Wir blieben noch ein Paar Tage in Nizwa, schauten uns die schöne Burg an und genossen den Luxus unseres Apartments, bevor wir tiefer in die Berge fuhren.

DSCF9761 DSCF9718 DSCF9752 DSCF9771 DSCF9825

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s