Can someone please switch off the heating?

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Bärbel: 523 km and altitude gain of 1,092 m (8,365km and 49,174m altitude gain in total) Johan: 1,411km in Thailand/Cambodia (9,766km in total)

Please note: We slightly changed the layout of pictures including tiled mosaics and slide shows. If you scroll over or click on the photos you will be able to see captions in mosaics, in the slide shows they are shown automatically, but are sometimes a little harder to read.

28 February – 27 April, 2016 – After a sleepless night in the aircraft and a little nightmare of finding a big enough taxi to drive us and our big bike boxes to our guesthouse in Bangkok while trying to make ourselves understood – suddenly nobody would speak a word English anymore – we arrived shattered after a far too long ride through Bangkok. Our taxi driver had no clue where to go and  his lack of English didn’t make it easier when he tried to talk to his smartphone. “Ep Ep Gephaaa….” he would yell a hundred times. I couldn’t help but laugh and tried to make myself understood that I could try to speak into his phone to find the “F. F. Guesthouse”, when he suddenly held the phone in front of Johan’s face who would just repeat “Ep Ep Gephaaa” instead of helping the poor man. And that wasn’t even meant as a joke, he just didn’t get what the taxi driver was looking for.

Right before leaving Dubai I got a call from home. My mother had broken her ankle and needed surgery and with my father being sick as well, I decided to fly home for a few weeks to take care of them. So I spent the following days in Bangkok booking flights and packing up things while Johan prepared for his solo ride to Phnom Penh in Cambodia and back.

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At the F.F. Guesthouse
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View from our guesthouse

And here are some of Johan’s pictures from his ride in hot Thailand and Cambodia:

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On March 28 we were happily reunited again and a few days later we pedaled north. We both were happy being together again and I was happy to be able to cycle again. But not for long. We were cycling during the hottest period of the year and always tried to get up really early to cycle during cooler dawn temperatures. In fact the heat was so unbearable that we mostly stopped cycling after lunchtime. One early afternoon temperatures climbed as high as 47 degrees Celsius – our hottest ever. We spent a few days in Kanchanaburi, famous for the “Bridge on the river Kwai”, that was built during WWII by mostly war prisoners. It is estimated that more than 100,000 people died due to too much work, a lack of food, malnutrition, heat and diseases.

Road scenery on our way to Kanchanaburi: 

Kanchanaburi: 

As we were at the same time preparing for the next stage of our trip in the Americas we found out, that we needed to have visas for entering the US, as we had travelled through Iran previously. At first that came as a big shock to us, meaning we had to return to Bangkok to get the paperwork done. But it turned out to be a big advantage as we got a multi-entry visa valid for 10 years and now will be able to stay six months in the US instead of three only. We were also afraid, that we might not have enough time to get the visas ready on time. Completing the online visa application was a nightmare. It took us a full afternoon for just two applications with the system crashing or not saving our entries. Second step was the visa payment to be able to get an appointment at the US embassy for our interview. Not an easy one as the bank employee didn’t speak a word English and this was her first money transfer. We now got really worried, when she called her husband who would act as a translator. About an hour later we left the bank hoping that the money would reach the recipient. And it did – the next day we got our interview confirmation and could finally start pedaling again.

We cycled north along the river Kwai to Sai Yok National Park through beautiful lush nature, visited an old temple on the way and walked to see the Hellfire Pass where the railroad passed in WWII. Most afternoons we would spend in our air-conditioned guesthouse rooms and soon we returned to Bangkok. We spent more than a week in Bangkok avoiding the heat wave as much as possible. We were glad when we finally had our bikes packed in another taxi and were on our way to the airport.

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We couldn’t wait to arrive in chilly Anchorage, Alaska, to begin our second part of our journey – cycling the Americas.

Kann jemand bitte mal die Heizung ausschalten?

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Bärbel: 523 km und 1.092 Höhenmeter (insgesamt 8.365km und 49.174 Höhenmeter); Johan: 1.411km in Thailand/Kambodscha (insgesamt 9.766km)

Hinweis: Wir haben das Fotoformat leicht angepasst und Fotomosaiken und Slideshows hinzugefügt. Wenn ihr mit dem Mauszeiger über die Fotos gleitet oder darauf klickt, erscheinen Bildunterschriften auf den Mosaiken, in den Slideshows werden sie automatisch angezeigt, sind manchmal aber etwas schlecht zu lesen.  

28. Februar – 27. April 2016 – Eine weitere schlaflose Nacht im Flugzeug und die albtraumartige Suche nach einem passenden Taxi, das sowohl uns als auch unsere verpackten Räder transportieren konnte, ließ uns völlig kaputt in unserer kleinen Familienpension in Bangkok ankommen. Plötzlich sprach kein Mensch mehr Englisch und unser Taxifahrer hatte trotz Adresse keine Ahnung, wohin er uns fahren sollte. Seine nicht vorhandenen Englischkenntnisse machten die Fahrt nicht unbedingt leichter. Immer wieder schrie er in sein Smartphone “Ep Ep Gephaaa….”. Ich konnte mir das Lachen auf dem Rücksitz kaum verkneifen, versuchte aber, ihm mit Händen und Füßen mitzuteilen, dass ich es ja mal versuchen könnte, das ‘F. F. Guesthouse’ zu finden. Plötzlich hielt er das Telefon Johan vor’s Gesicht, der vor lauter Schreck den Taxifahrer imitierte und ebenfalls “Ep Ep Gephaaa….” schrie. Und er wollte den Taxifahrer noch nicht einmal verarschen, Johan hatte keine Ahnung, wonach unser Fahrer suchte :-).

Kurz vor Abflug in Dubai erhielt ich eine Nachricht aus Deutschland. Meine Mutter hatte sich das Sprunggelenk gebrochen und mein Vater war auch schon seit Längerem krank. Daher entschied ich mich, für ein Paar Wochen unsere gemeinsame Reise zu unterbrechen und nach Hause zu fliegen und verbrachte die kommenden Tage in Bangkok damit, einen passenden Flug zu buchen. Johan bereitete sich auf seine Solo-Radreise nach Phnom Penh in Kambodscha vor.

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Im F.F. Guesthouse
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Aussicht von unserer Pension

Und hier nun Fotos von Johans Reise durch Thailand und Kambodscha:

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Am 29. März waren wir dann wieder glücklich vereint und ein Paar Tage später machten wir uns wieder auf die Räder gen Norden. Wir waren beide froh, wieder zusammen zu sein und ich freute mich auf das Fahrradfahren. Die Freude dauerte aber nicht sehr lange an. März und April sind die heißesten Monate in Thailand und so standen wir immer sehr früh auf, um bei Sonnenaufgang und etwas kühleren Temperaturen auf den Rädern sitzen zu können. Tatsächlich war es so heiß, dass wir das Radeln nach dem Mittagessen meist aufgaben. Eines frühen Nachmittags kletterte das Thermometer auf über 47 Grad Celsius, noch nie sind wir bei dieser Hitze geradelt. Wir verbrachten ein Paar Tage in Kanchanaburi, das für seine “Brücke über den Kwai” bekannt ist. Die Brücke wurde während des 2. Weltkrieges hauptsächlich von Kriegsgefangenen gebaut. Es wird davon ausgegangen, dass dabei 100.000 Menschen regelrecht draufgingen. Gründe: zu viel und zu harte Arbeit, zu wenig Essen, Fehlernährung, Hitze und Krankheiten.

Auf unserem Weg nach Kanchanaburi: 

Kanchanaburi: 

Da wir uns nebenbei auch mit der Vorbereitung unserer Weiterreise in Nordamerika vorbereiteten, fanden wir heraus, dass wir für die USA ein Visum benötigten, da wir einen Iran-Stempel im Pass hatten. Das war zunächst ein großer Schock für uns, denn wir mussten deswegen zurück nach Bangkok, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen. Im Nachhinein stellte sich das Visum aber als ein großer Vorteil heraus, da wir jetzt die nächsten zehn Jahre immer wieder in die USA einreisen können und jedesmal sechs anstelle der sonst üblichen drei Monate bleiben dürfen. Wir hatten auch ein bisschen Angst davor, nicht genügend Zeit für die Visumanträge zu haben. Es dauerte bereits einen ganzen Nachmittag, bis wir das Online-Formular ausgefüllt hatten, ein reiner Albtraum. Andauernd stürzte das Programm ab und wir mussten Daten ständig neu eingeben. Im nächsten Schritt mussten wir dann unsere Visa bezahlen, bevor wir überhaupt einen Interview-Termin in der Botschaft bekamen. Auch das war leichter gesagt als getan: die Bankangestellte sprach kein Wort Englisch und hatte auch noch nie zuvor eine Überweisung getätigt. Nur mit Hilfe ihres Ehemannes, der telefonisch dolmetschte, konnten wir die Bank eine Stunde später und um je 130 US-Dollar erleichtert wieder verlassen. Jetzt bangten wir darum, dass das Geld auch ankommt. Alles lief glatt und am nächsten Tag bekamen wir unseren Interview-Termin und konnten endlich wieder ein bisschen weiterradeln.

Wir fuhren in nördliche Richtung, immer entlang des Flusses Kwai in den Sai Yok Nationalpark durch wundschöne, grüne Landschaften, kleine verträumte Dörfer, besuchten einen alten Tempel unterwegs und liefen entlang der alten Eisenbahnschienen zum Hellfire Pass. Die Nachmittage verbrachten wir meist in unseren abgekühlten Hotelzimmern und bald mussten wir uns auch wieder auf den Weg nach Bangkok machen. Mehr als eine Woche verbrachten wir in der schrecklich heißen Stadt, vermieden die Hitze aber so gut es ging. Wir waren froh, als wir endlich unsere Radboxen wieder im Taxi verstaut hatten und uns auf dem Weg zum Flughafen und ein neues Abenteuer befanden.

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Wir konnten es kaum erwarten, im kühlen Anchorage, Alaska, anzukommen und den zweiten Teil unserer großen Reise in Amerika zu beginnen.

From Shiraz to the Persian Gulf

309km, 1,636 m altitude gain (4,578km and 33,988m altitude gain in total)
309km, 1,636 m altitude gain (4,578km and 33,988m altitude gain in total)

12 – 24 November, 2015 – In Shiraz we chose once more for a more costly accommodation to be sure we would be able to relax and get ready for the final stretch. As we reached our chosen hotel – an old heritage site with rooms built around a courtyard – Johan negotiated hard to get a five-US-Dollar discount. Not bad but also not much, especially for what we got. Tired as we were we moved into our room by first cycling through a few winding alleys to get as close as possible. We then carried our numerous panniers through the courtyard which also serves as a restaurant and lounge area and then a few narrow steps up to our tiny room. While everything was very atmospheric with tiles on the walls and colored windows, we were still a bit disappointed about our small room without bathroom for 30 US-Dollars. The next morning we decided to move on to another hotel and once more moved all our panniers down the stairs, through the courtyard, loaded our bikes and cycled back through the alleys to the hotel reception. That day’s receptionist immediately offered us another 10-US-Dollar discount and so we cycled back the alley, walked our panniers through the courtyard and up the stairs again.

View from our room
View from our room

That afternoon we learned that ‘our boys’ would continue cycling the next day as they didn’t get a visa extension in Shiraz and we invited them for a farewell dinner at our hotel. We exchanged contact details, made a few more farewell videos and wished each other well before they finally left. We had a great time together and we’ve become very used to their company and their massive appetite – it’s hardly imaginable that there are people eating more than us – and we were sad to see them leave. But that’s the fate of travellers: we meet people, we get to know each other better and then we have to leave again. It is sometimes heartbreaking but always an enrichment and the idea to see each other once again somewhere on the planet makes it more bearable. Take care, Samuel and Jakob!

Shiraz didn’t impress us as much as Esfahan, but was still worth a visit. The city is known for poets, literature, wine and flowers. While wine is no longer produced and consumed in Shiraz, like everywhere else in Iran as alcohol is banned, there are a lot of citrus trees lining the streets and gardens. We visited the mausoleum and shrine of the King of the Light and for that we got a personal guide wearing a sash with “International Affairs” written on it. We werent allowed to enter it on our own. At the entrance I got a chador and we were told not to take any photos. At the speed of light – I thought the guide would soon suffocate – we got explanations about the King of the Light and his brother, but forgot everything immediately, too much information at so little time. We had to enter the mosque separately and I entered a glittering hall to see women touching the silver bars of the shrine followed by touching their own faces. They continued moving along the shrine and touching everything. The hall was beautifully decorated with small-cut mirrors to intensify the light from the chandelier but also to make sure, people are concentrating on god and not on their faces. It’s an impressive site with a beautifully restored old part as well as a new part that only opened eight months ago.

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The only way for me to enter the mosque
The only way for me to enter the mosque

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We also visited the mausoleum of Hafez, one of the most famous Iranian poets. It is said that every Iranian household owns at least three books: the Quran and the poems of Hafez and Saadi. We were also told that people sit around the tomb and in the gardens reciting Hafez poems. To our biggest disappointment we only saw overly made-up Iranian women and men with their selfie sticks taking selfies.

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Another beautiful and very peaceful site is the small but fine Pink Mosque known best for its huge and beautiful colored windows. It’s called the Pink Mosque for it’s extensive use of pink tiles for its interior design.

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Some random Shiraz shots: 

The Shiraz fort
The Shiraz fort

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And then it was time to move on again. This time we chose a more remote route through the mountains to avoid heavy traffic. At the end of the first day we stopped in a village to find a place to sleep. We were quickly helped and showed to a mosque where we could sleep in the huge hall, only separated in the middle by a curtain. We made ourselves at home, chose one corner of the huge room for our mattresses and the middle – with the only light above – as our dining area. We soon started cooking outside when suddenly two men arrived, looking puzzled at us only to disappear in the mosque, switching on a tape with the call for prayer and coming out again. Now we at least got the confirmation, that not every call for prayer is live! However, we had to remove all our stuff again, as we had decided to camp in the women’s prayer hall. Fantastic! As quickly as we could Johan put everything in one corner while I continued cooking. Soon five women arrived to pray for about ten minutes in our bedroom and then left again. There were a handful more men joining the prayer in the other chamber of the hall while we were eating. Once praying was finished, we got about ten invitations to sleep at people’s houses. We declined as we didn’t want to pack everything once more. Instead, two boys would now sleep in the men’s prayer hall to make sure we were safe. The following morning Johan had a very weird political discussion with one of the boys, aged around 20. It was around the topic that the Iranian government is banning Western media channels such as BBC and CNN. The boy was convinced that it was the right thing to do, as the US government is very bad and supporting the IS. Thankfully we met more people who weren’t as brainwashed as these two guys.

At 'our' mosque
At ‘our’ mosque in the early morning
Ready to leave
Ready to leave

The route we chose was more remote than we had expected and much more beautiful. For two days there was no mobile phone reception and traffic was very low as well. We cycled through a rocky and very hilly desert with an ever changing scenery from tree-lined roads to barren mountains where it seemed that no life would be possible. At times it resembled a huge construction site with a myriad of sand piles. In the last larger town before the Persian gulf we could camp at a hotel after a lengthy and unfriendly discussion with the hotel managers. The following nights we stayed with Iranian families for the first time, as we couldn’t find a good spot to camp. At the second homestay we got warned about the coastal stretch we wanted to cycle: there would be a lot of Ali Babas and two cyclists had been robbed there some time ago. We left the next day with mixed feelings and very unsure about how to overcome the last part of our cycling through Iran.

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We're not really fond of tunnels
Another way to block a road you’re not supposed to ride on
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Johan’s new mode of transportation
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Beehives in the mountains

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Against the wind – what else?

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We're not so fond of tunnels
We’re not so fond of tunnels

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Our campsite at the hotel garden
Our campsite at the hotel garden

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Local nomads

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Local nomads

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The first family we stayed with
The first family we stayed with…
...and whith who we had a wonderful evening.
…and with who we had a wonderful evening.

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A road just for the two of us - unfortunately only for about 10km
A road just for the two of us – unfortunately only for about 10km
Super yummy food: Rice, chicken with French fries, raw vegetable salad and prawns
Super yummy food: Rice, chicken with French fries, raw vegetable salad and prawns
With our hosts - the men from the gas station
With our hosts – the men from the gas station
And the second family - the ones who were worried about Ali Baba at the coast
And the second family – the ones who were worried about Ali Baba at the coast

New Clothes, New Customs – Getting a Feel for Iran

Fast facts Iran

  • Three times the size of France or four times the size of Germany
  • Population of 78 million people
  • According to Iran Journal, Iran is the country with the most plastic surgeries in the world – and we tend to confirm that, as we’ve never seen so many (wo)men with plasters on their noses or with injected lips and cheeks
  • Bordering countries: Irak, Turkey, Azerbaijan and Armenia (West and Northwest), Turkmenistan (North/Northeast), Afghanistan and Pakistan (East/Southeast)
  • Iran is home to one of the world’s oldest civilizations, beginning with the formation of the Proto-Elamite and Elamite kingdoms in 3200–2800 BC. The Iranian Medes unified the area into the first of many empires in 625 BC, after which it became the dominant cultural and political power in the region (Wikipedia)
435km and 2,767m altitude gain (3,211km and 27,414m altitude gain in total)
435km and 2,767m altitude gain (3,211km and 27,414m altitude gain in total)

13 – 24 October, 2015 – Getting through customs and to Iran was easy. Between the two borders I dressed up and replaced short trousers by long trousers, T-Shirt by long-sleeved tunic and wrapped a beige scarf around my head. Once our visas were checked and stamped the customs officers who had to check our luggage welcomed us, chatted a while with us and let us through without checking anything. After five strange days in a little welcoming country we were now very anxious to experience Iranian hospitality we’ve heard so much about. But first we had to cycle through barren mountainous and remote landscapes where we would hardly meet a soul. At the end of the first day in Iran we stopped at a small and desolate village to find a place to sleep but only succeeded after almost an hour. A shop owner let us sleep in his storage room that strongly smelled of gasoline.

New outfit and two faces that would follow us for the coming two months
New cycling outfit and two faces that would follow us for the coming two months
On our first day in Iran we had to pass a pitch-dark tunnel. While there was not traffic at all before, several trucks passed me in the tunnel - tunnels are always the worst experiences wherever you are
On our first day in Iran we had to pass a pitch-dark tunnel. While there was not traffic at all before, several trucks passed me in the tunnel – tunnels are always the worst experiences wherever you are
The barren landscape
The barren landscape
At our first Iranian 'homestay'
At our first Iranian ‘homestay’

We continued early the following morning still having the smell of gasoline in our noses. Traffic had picked up quite a bit as we were now on one of the main transit routes for trucks between Turkey and Turkmenistan. After all these quiet roads we still needed to get used to heavy traffic. Arriving in Quchan, our first town in Iran, felt bizarre. We hadn’t seen any Iranian women so far and suddenly the town was crowded with women dressed in their black Chadors – a huge piece of fabric wrapped around them. People were staring at us, I think not many tourists have ever passed this town. Whenever somebody could speak some English, that person would approach us and ask if they could help. A nice couple even helped us with buying me a new cycling outfit and accompanied us to many different shops until I found something suitable for Iran. I still felt a little awkward in my now even more colorful new clothes but they confirmed that there was no need for me to wear black as all Iranian women. In fact she told me that she would wear dark colours only at official occasions and for work. I was relieved as I didn’t want to get arrested by the moral police for non-conformal attire.

Pretty cycling with pretty barren landscapes
Pretty cycling with pretty barren landscapes
Where is the black sheep?
Where is the black sheep or is it even a goat?
One of the first villages close to Quchan
One of the first villages close to Quchan
Arriving in Quchan - a typical black religious banner
Arriving in Quchan – a typical black religious banner
A woman - finally! And a billboard with men that died in the Irak war. You will find these pictures at the entrance of every village and town in Iran.
A woman – finally! And a billboard with men that died during the Iran/Irak war. You will find these pictures at the entrance of every village and town in Iran.

It was more difficult for me to get used to the scarf and it happened more than once that my scarf went loose and I often only noticed when I saw people laughing about my clumsiness. That reaction also made me feel much more comfortable in my attire, knowing that most Iranians didn’t care too much about what I was wearing. And covering up also has its advantages: I saved a lot on sunscreen and bad-hair-days belonged to the past, even better, my hair wouldn’t get as filthy anymore from the truck and car exhaust, so I was also saving on shampoo.

What we definitely couldn’t get used to was the sudden lack of free access to information. Not only were our Facebook and Blog websites no longer accessible for us, most Western news sites were suddenly blocked after we went there more than once. Internet was slow and at times non-existing, even in big cities. Everything is controlled by the government in this country.

My new outfit - over time you might notice that this is getting shorter and shorter as it would shrink with every washing :-(
My new outfit – over time you might notice that this is getting shorter and shorter as it would shrink with every washing 😦

We were now cycling in the direction of the Iranian desert but still had to overcome a few mountains and passes. Until now we were still waiting for the so famous Iranian hospitality, so far we hadn’t noticed any difference to Central Asian or Southeast Asian countries. But that would change almost immediately. We were cycling uphill and – surprise, surprise – with a very cold wind in our backs. At the police control at the top of a hill we were treated with hot tea and later at a village the local English teacher would invite us to stay at his home for the night. We declined, as we wanted to benefit from the tailwind and the downhills knowing our luck with this element. The landscape reminded us a lot on Kyrgyzstan with its rugged mountains and sparse vegetation around us. Around 10km before our final stop for the day – dusk was around – a police car turned up, escorted us into town and showed us a truck stop where we could sleep for free and enjoy the Iranian staple food chicken kebab.

Lunch break with fresh herbal tea and yummy sandwiches
Lunch break with fresh herbal tea and yummy sandwiches – and trying to get used to sitting on the ground instead of a table
Potato harvest - there is clearly no lack of workforce
Potato harvest – there is clearly no lack of workforce

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With our host at the truck stop
With our host at the truck stop

That night it rained heavily and we were happy we weren’t sleeping in our tent. We were now looking forward to our first real rest day in Sabzevar in a while – but first we had to cross another pass with tired legs and Johan not feeling well. Again we were rewarded by beautiful weather and stunning rugged landscapes. Traffic continued picking up tremendously after the pass which I didn’t like too much and Johan didn’t mind at all. Our rest day in Sabzevar turned out to become a rest week – at least for me – as Johan got the flu and stayed most of the time in bed trying to recover.

Coffee break right before the pass
Coffee break right before the pass
At this point we thought it would now only go down - but another peak was waiting for us
At this point we thought it would now only go down – but another peak was waiting for us

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Arrival in Sabzevar
Arrival in Sabzevar

The day we could finally move on again it rained. We left anyhow, we couldn’t wait riding our bikes again. So far we hadn’t gotten a real feel for Iran staying in hotels most of the time. Not only did it rain, we also had to cycle against the wind. Not a good start for a long cycling day. Within no time the rain got worse and the temperature dropped. At lunchtime we luckily reached a village and knocked at the door of the Red Crescent facilities to ask if we could eat inside to get warm and dry. We were welcomed by four young guys in Red Crescent uniforms and seated on the ground in front of the heating. Of course we were not allowed to unpack our lunch and instead ate Dizi after the Iranian table – a square plastic tablecloth – was set on the ground. As the rain and wind just continued they invited us to sleep at their facilities and we happily accepted. We both weren’t keen on cycling in the rain and even less on camping in the rain. It also happened to be the first day of the 10-day-long Imam Hossein mourning ceremonies and in the late afternoon a few villagers accompanied by an English teacher visiting her family for the celebrations came by to have tea with us and ask us all kinds of questions, e.g. if we had problems with using the Iranian squat toilets. They invited us to join their celebrations at the mosque and we again happily accepted. We went by car to the mosque that was around 200m away. I then went with the English teacher to the women’s mosque and Johan continued with the men. Before we entered the mosque, I got introduced to the about 100 women already sitting in a huge hall along the walls. Everybody was curiously looking at this stranger in even stranger colourful clothes. We sat down as well and shortly after the Iranian table was laid out once more, dinner was served: bread with yoghurt, Dizi again, which is a greasy soup where you soak in bread crumbs and later add sheep meet and vegetables. The women couldn’t stop looking and smiling at me, and telling me how happy they were that I was joining them. After what I thought was a short prayer by one woman and a reply by all the other women, everybody stood up – to first take a photo with me – and then to leave. Within one hour we had eaten and the celebrations were over – only to be continued over the coming ten days. I was a bit disappointed as I earlier saw processions on TV where men dressed in black chastised themselves. I thought similar things would happen here. When I met Johan later again, not much more happened in the men’s mosque.

Saffron
Saffron – looks like crocus
The two well-known guys again!
The two well-known guys again!

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Lunch at the Red Crescent
Lunch at the Red Crescent
Johan was welcomed by the local youngsters like a football star
Johan was welcomed by the local youngsters like a football star

The following morning we left after a long photo session at chilly temperatures and of course against the wind. At least the rain had stopped. We were heading into the mountains and were climbing until after 3pm before we could start our fast descend – we only had little time left before nightfall for the remaining 40km, but with a strong tailwind and a continuous downhill we managed easily. Each time we stopped for a break, a car would stop and people would give us food. By the end of the day we had collected ten pomegranates, three apples, two cucumbers, one rice pudding dessert, three bags full of pistachios, chocolate, four tangerines, special cookies from Kashmar and other cookies. We finally got a feel for Iranian hospitality. We stayed for free at a mosque in Bardeskan where we had our own room with a bed and could make use of a shared bathroom including shower. We were just preparing our dinner when we heard a knock on our door and a few locals who earlier showed us to this mosque gave us another box of cookies and invited us to their home for a tea. We declined with a bad conscience but we were keen on going to bed early as another long cycling day laid ahead.

Our room at the Red Crescent
Our room at the Red Crescent
The very basic facilities!
The very basic facilities!
...and climbing...
Slowly climbing,…
...and climbing...
…and climbing…
...and climbing...
…and climbing,…
...stopping for another important photo shoot
…stopping for another important photo shoot,…
...with some rolling landscape in between...
…with some rolling landscape in between…
...and finally and happily descending.
…and finally and happily descending.

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Our room at the mosque
Our room at the mosque
What's left from our donations
What’s left from our presents

Neue Kleider, neue Angewohnheiten – oder wie man sich im Iran eingewöhnt

Daten und Fakten für den Iran:

  • Viermal so groß wie Deutschland oder dreimal so groß wie Frankreich
  • 78 Millionen Einwohner
  • Laut Iran Journal finden im Iran die meisten Schönheitsoperationen der Welt statt. Und wir können das bestätigen: Noch nie haben wir so viele Männer und Frauen mit Pflastern auf den Nasen, Mundschutz oder aufgespritzten Lippen und Wangen gesehen.
  • Nachbarländer: Irak, Türkei, Aserbaidschan und Armenien (Westen und Nordwesten), Turkmenistan (Nord/Nordost), Afghanistan und Pakistan (Osten/Südosten).
  • Iran ist die Wiege einer der ältesten Zivilisationen beginnend mit den Elamitischen Staaten zwischen 3200 – 2800 v.Chr. Die iranischen Meder vereinten das Gebiet in das erste von vielen Imperien 625 v.Chr. und übernahmen die Führerschaft in der Region (Wikipedia).
435km and 2,767m altitude gain (3,211km and 27,414m altitude gain in total)
435km und 2,767m Höhenmeter (insgesamt 3.211km and 27.414m)

13. – 24. Oktober 2015 – Die iranischen Grenzkontrollen waren einfach. Im Niemandsland zog ich mich um, ersetzte kurze Hosen durch lange Hose, kurzes T-Shirt durch lange Tunika und wickelte einen beigen Schal um meinen Kopf. Unsere Visa wurden geprüft und gestempelt und anstelle unser Gepäck zu durchsuchen, hieß uns der zuständige Grenzbeamte im Land recht herzlich willkommen. Nach den letzten für uns sehr merkwürdigen Tagen in Turkmenistan freuten wir uns jetzt auf die iranische Gastfreundschaft, von der wir schon so viel gehört hatten. Aber erst mussten wir durch karge, abgeschiedene und menschenleere Landschaften radeln, bevor wir überhaupt eine Menschenseele treffen sollten. Am Ende dieses Tages hielten wir in einem kleinen heruntergekommenen Dorf, um uns um unseren Schlafplatz zu kümmern. Es dauerte eine geschlagene Stunde bis uns ein Ladenbesitzer einlud, in seinem stark nach Benzin riechenden Lagerraum zu übernachten.

New outfit and two faces that would follow us for the coming two months
Neues Outfit zum Radeln und zwei Gesichter, die uns die nächsten Wochen überall hin begleiten sollten.
On our first day in Iran we had to pass a pitch-dark tunnel. While there was not traffic at all before, several trucks passed me in the tunnel - tunnels are always the worst experiences wherever you are
Gleich am ersten Tag im Iran mussten wir einen stockdunklen Tunnel durchfahren. Und obwohl bisher die ganze Zeit überhaupt kein Verkehr war, wurde ich von mehreren LKWs im Tunnel überholt – Tunnel sind immer die schrecklichsten Erfahrungen, egal in welchem Land!
The barren landscape
Die karge Landschaft

Wir fuhren am nächsten Morgen früh weiter, noch immer den Geruch von Benzin in den Nasen. Der Verkehr hatte plötzlich stark zugenommen, da wir uns nun auf der wichtigsten Transitroute für LKWs zwischen Turkmenistan und der Türkei befanden. Nach den vielen ruhigen Straßen mussten wir uns erst wieder an viel Verkehr und Dieselgeruch gewöhnen. Unsere Ankunft in Quchan, unserer ersten Stadt im Iran, war sehr merkwürdig fühlte. Bisher hatten wir keine einzige Frau gesehen und plötzlich wimmelte es nur so von Frauen, eingehüllt in ihre schwarzen Chadors. Wir wurden angestarrt, ich glaube nicht, dass hier schon viele Touristen durchgekommen sind. Wann immer jemand des Englischen mächtig war, wurden wir angesprochen und immer wurde gefragt, ob wir irgendwelche Hilfe bräuchten. Ein freundliches Ehepaar half mir, ein neues Radoutfit zu kaufen und begleitete uns in viele verschiedenen Läden, bis ich etwas Passendes zum Radeln gefunden hatte. Auch in diesen farbenfrohen Kleidern fühlte ich mich noch ein wenig unwohl, aber die Iranerin meinte, ich müsse auf keinen Fall schwarz tragen wie all die anderen Frauen hier. Sie selbst würde das auch nur zur Arbeit und offiziellen Anlässen so handhaben. Das beruhigte mich erst einmal, da ich nicht unbedingt von der Moralpolizei wegen unsittlicher Garderobe verhaftet werden wollte.

At our first Iranian 'homestay'
Unser erster iranischer ‘Homestay’
Pretty cycling with pretty barren landscapes
Schönes Radeln bei schöner, schroffer Landschaft
Where is the black sheep?
Wo ist das schwarze Schaf oder ist es doch eine Ziege?
One of the first villages close to Quchan
Unser erstes Dorf in der Nähe von Quchan
Arriving in Quchan - a typical black religious banner
Ankunft in Quchan – mit einem typischen, schwarzen, religiösen Banner
A woman - finally! And a billboard with men that died in the Irak war. You will find these pictures at the entrance of every village and town in Iran.
Eine Frau – endlich! Und ein Plakat mit den Gesichtern von Männern, die während des Iran/Irak-Krieges gefallen sind. Diese Bilder sieht man überall am Ortseingang von Städten und Dörfern.

Mehr Schwierigkeiten hatte ich allerdings, mich an das Kopftuch zu gewöhnen und mehr als einmal rutschte es mir von den Haaren, was ich nur aufgrund des Grinsens der Leute um mich herum bemerkte. Diese Reaktion bestätigte mir dann auch, dass sich viele Iraner nicht darum scheren, wie Touristen gekleidet sind und ich fühlte mich dann auch gleich wohler. Und die Ganzkörperverhüllung hat auch ihre Vorteile: Sonnencreme brauchte ich nur noch für Gesicht und Hände, Bad-Hair-Days gehörten der Vergangenheit an und was noch viel besser war, meine Haare wurden nicht mehr so dreckig von den Abgasen, ich sparte also auch Haarshampoo. Außerdem setzte ich meinen Radhelm jetzt immer auf, da ansonsten der Schal weggeweht wäre.

Woran wir uns aber absolut nicht gewöhnen konnten war die plötzlich Zensur, und dass wir keinen freien Zugang zu Informationen mehr bekamen. Nicht nur Facebook und unsere Blog-Website waren für uns gesperrt, auch Nachrichtenseiten, die wir mehr als einmal besuchten, wurden automatisch blockiert. Das Internet war außerdem extrem langsam und funktionierte oft selbst in Großstädten überhaupt nicht. In diesem Land ist alles unter Regierungskontrolle.

My new outfit - over time you might notice that this is getting shorter and shorter as it would shrink with every washing :-(
Mein neues Outfit – ihr werdet im Laufe der Zeit merken, dass das Shirt immer kürzer wird, da es mit jedem Waschen mehr einlief 😦

Wir waren mittlerweile auf dem Weg in die iranische Wüste, mussten aber erst noch ein Paar Bergkämme überqueren. Bisher warteten wir vergeblich auf die so berühmte iranische Gastfreundschaft, denn wir stellten keine spürbare Veränderung gegenüber Zentral- oder Südostasien fest. Das sollte sich schnell ändern. Wir mühten uns gerade an einem Berg ab und zu unserer positiven Überraschung blies der kalte Wind mal von hinten. Oben angekommen, hielten wir an einer Polizeikontrolle und wurden mit heißem Tee begrüßt. Im nächsten Dorf, wo wir Mittagessen wollten, lud uns der Englischlehrer zu sich nach Hause ein, um bei ihm zu übernachten. Wir lehnten allerdings ab, da wir den Rückenwind ausnutzen wollten, der bei uns ja selten genug vorkommt. Die Landschaft hat uns sehr an Kirgisistan erinnert mit seinen rötlichen, rauen Bergen und der kargen Vegetation. Ungefähr zehn Kilometer vor Ankunft – es wurde schon leicht dämmrig – tauchte plötzlich ein Polizeiauto auf, eskortierte uns in die Stadt und organisierte uns sogar einen kostenlosen Schlafplatz bei einer Raststätte für LKW-Fahrer, wo wir zur Abwechslung mal wieder Kebab aßen.

Lunch break with fresh herbal tea and yummy sandwiches
Mittagspause mit frischem Kräutertee und leckeren Sandwiches – und der Versuch uns ans Essen auf dem Boden zu gewöhnen
Potato harvest - there is clearly no lack of workforce
Kartoffelernte – von Personalmangel kann hier nicht die Rede sein

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With our host at the truck stop
Mit dem Restaurantbesitzer beim LKW-Rastplatz

In dieser Nacht regnete es heftig und wir waren froh, nicht im Zelt zu schlafen. Wir freuten uns jetzt auf unseren ersten richtigen Ruhetag in Sabzevar seit Langem, aber erst mussten wir mit müden Beinen und Johan etwas angeschlagen noch einen Pass hochstrampeln. Belohnt wurden wir wieder von tollem Wetter und atemberaubenden, kargen Landschaften. Nach dem Pass wurden die Straßen plötzlich voll und ich fühlte mich auf der engen Straße sehr unwohl, Johan schien das irgendwie gar nichts auszumachen. Unser Ruhetag in Sabzevar wurde zu einer Ruhewoche, da Johan sich eine Grippe eingefangen hatte und die meiste Zeit im Bett verbringen musste.

Coffee break right before the pass
Letzte Stärkung vor dem Pass – Kaffee und Kekse
At this point we thought it would now only go down - but another peak was waiting for us
Hier dachten wir, wir hätten es geschafft, aber eine weitere Steigung wartete um die Ecke

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Arrival in Sabzevar
Ankunft in Sabzevar

Als wir dann endlich wieder weiterfahren konnten, regnete es. Wir fuhren trotzdem los, da wir es hier keinen Tag länger ausgehalten hätten. Zum Regen gesellte sich auch noch Gegenwind und so war der erste Tag nach einer Woche Ruhen sehr beschwerlich. Es regnete immer stärker und die Temperatur fiel drastisch. Gegen Mittag erreichten wir ein Dorf und beim Roten Halbmond, dem islamischen Pendant zum Roten Kreuz, fragten wir, ob wir uns aufwärmen und drinnen essen dürften. Natürlich durften wir das. Vier junge Männer in Uniformen begrüßten uns und setzten uns vor die Heizung. Natürlich durften wir auch nicht unser eigenes Essen auspacken, sondern aßen Dizi mit den Jungs nachdem der iranische Tisch gedeckt war –  eine Plastiktischdecke auf dem Boden. Weder Regen noch Wind ließen am Nachmittag nach und so wurden wir eingeladen, in den Räumlichkeiten des Roten Halbmonds zu übernachten, was wir gerne annahmen. Wir hatten beide nicht wirklich Lust, im Regen zu radeln und noch viel weniger Lust im Regen zu campen. Zufällig war dieser Tag auch der Beginn der zehn Tage andauernden Imam Hossain Passionsspiele und am späten Nachmittag kamen dann einige Dorfbewohner mit einer Englischlehrerin vorbei, um uns alle möglichen Fragen zu stellen. Unter anderem, ob wir denn Schwierigkeiten hätten, die iranischen Stehklos zu benutzen. Wir wurden eingeladen, an den Passionsspielen teilzunehmen. Mit dem Auto fuhren wir zur 200m entfernten Moschee. Dann wurden wir nach Männern und Frauen getrennt und ich ging mit der Englischlehrerin in die Frauenmoschee und wurde den bereits über 100 anwesenden Frauen vorgestellt, die in Reihen entlang der Wände eines riesigen Raumes saßen. Alle schauten mich neugierig an und wunderten sich wahrscheinlich, was ich Paradiesvogel in meinen bunten Kleidern unter den vielen schwarzen Gestalten wohl zu suchen hätte. Wir setzten uns dazu und dann wurde auch gleich wieder der Tisch ausgerollt und das Essen serviert: Brot mit Joghurt, Dizi, das ist eine fette Suppe, in die erst Brot eingetunkt wird und danach Hammelfleisch und Gemüse. Die Hauptattraktion war noch immer ich, alle starrten mich an, lächelten und freuten sich, dass ich dabei war. Nach einem kurzen Gebet einer Frau und der Antwort vom Rest der Frauen standen alle auf, umringten mich, um mit mir fotografiert zu werden und gingen dann nach Hause. Das Ganze dauerte nicht länger als eine Stunde und sollte danach noch ganze zehn Tage andauern. Ich war ein wenig enttäuscht, denn am Nachmittag sah ich im Fernsehen, wie sich Männer in schwarz bei einer Prozession selbst kasteiten und ich dachte, so etwas ähnliches würde hier auch passieren. Und bei Johan lief das Ganze ähnlich ab, wie er mir später erzählte.

Saffron
Safran – die Pflanze sieht aus wie Krokus
The two well-known guys again!
Drei Wohl-Bekannte

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Lunch at the Red Crescent
Mittagessen beim Roten Halbmond
Johan was welcomed by the local youngsters like a football star
Johan wurde von den Jugendlichen wie ein Fußballstar begrüßt

Nach einer etwas länger dauernden Fotosession fuhren wir am nächsten Morgen bei schönem, eisigen Wetter und mit Gegenwind los. Wir fuhren wieder einmal in Richtung Berge und es ging bis 15 Uhr bergauf. Danach liefen die verbleibenden 40km wie am Schnürchen – wir hatten starken Rückenwind und außerdem ging es nur noch bergab. Das war auch gut so, denn wir wollten unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit in Bardaskan ankommen. An diesem Tag erhielten wir jedes Mal, wenn wir anhielten, etwas zu essen. Am Ende des Tage hatten wir zehn Granatäpfel, drei Äpfel, zwei Gurken, ein Reispudding-Dessert, drei volle Tüten mit Pistazien, Schokolade, vier Mandarinen, besondere Kekse aus Kashmar und weiter Kekse eingesammelt. So allmählich bekamen wir ein Gefühl für die iranische Gastfreundlichkeit. In Bardaskan bekamen wir ein Zimmer in der Moschee, wo wir auch die Gemeinschaftsduschen nutzen konnten. Als wir unser Abendessen vorbereiteten, klopfte es und die jungen Männer, die uns zuvor den Weg zur Moschee gezeigt hatten, brachten uns eine große Dose Kekse und luden uns zu sich nach Hause ein. Mit schlechtem Gewissen lehnten wir ab, denn wir wollten am nächsten Morgen früh aufstehen, da ein langer Tag vor uns lag.

Our room at the Red Crescent
Unser Zimmer beim Roten Halbmond
The very basic facilities!
Die sehr einfachen Container des Roten Halbmonds
...and climbing...
Langsam geht es nach oben,…
...and climbing...
…und nach oben…
...and climbing...
…und immer noch nach oben,…
...stopping for another important photo shoot
… wir halten für ein weiteres wichtiges Foto,…
...with some rolling landscape in between...
…genießen zwischendurch ein wenig Auf und Ab…
...and finally and happily descending.
…und freuen uns schließlich auf die lange Abfahrt.

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Our room at the mosque
Unser Zimmer in der Moschee
What's left from our donations
Ein Teil unserer Ausbeute

Night cycling, toilet seats and other surprises

30 September – 8 October, 2015 – After four days in Samarkand of which Johan spent almost two days in bed with a severe diarrhoea it was time to move on for the 270km- distance to Bukhara, another well-preserved Silk Road town. The first day passed uneventful on good and undulating roads, through a boring cotton field landscape and in the afternoon against the wind. The first night we stayed at a huge house with an Uzbek family and for the first time we successfully refused sweets and bread. And for the first time there was a bathroom – basic, but we could wash ourselves and go to sleep clean. The second day begun uneventful. At a monument we met a funny Korean guy who works for Korean Air at the huge International Airport we just passed. He walked with a golf club to protect himself from chasing dogs in the villages. We had a very funny conversation and could have talked much longer but we had to move on as it was already getting late and we had to look for a place to sleep.

Leaving Samarkand
Leaving Samarkand
Johan was getting concerned about being on the wrong road as he couldn't find Buxoro (which is Bukhara) on his map!
Johan was getting concerned about being on the wrong road as he couldn’t find Buxoro (which is Bukhara) on his map!
Boring landscape and headwinds
Boring landscape and headwinds
Lunchtime
Lunchtime

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When the Korean asked where we would sleep at night when there are no hotels Johan replied that we would look for a nice house and ask if we could pitch our tent in their garden. The Korean's answer: "How can you find nice house, they all look the same?"
When the Korean asked where we would sleep at night when there are no hotels Johan replied that we would look for a nice house and ask if we could pitch our tent in their garden. The Korean’s answer: “How can you find nice house, they all look the same?”

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Cotton after cotton field
Cotton after cotton field

Which turned out to become a challenge. We dismissed the luxury 4-star-hotel on the way because we didn’t want to pay 60$. If we had had the second sight we would have just stayed and made use of a luxury stay. But we continued instead and stopped at a brand-new village to try to find a camp spot. We asked a few people but all refused and sent us away. One woman belonging to the local police asked 50$ to stay at her home but we also dismissed this ‘friendly’ offer and moved on to the next village. A few questions and a few more refusals later, one family finally invited us in. We showed them our instant noodle soup as we didn’t want them to cook for us – this time the place looked rather poor – and for the first time the whole family would join us for dinner. We of course would get our noodle soup but also had to eat their food – cabbage with saussages. All evening neighbours and more family members would pass by to say hello and at around 8pm we could go to sleep. About an hour later there was a knock on the door, our host came in repeating several times: “Palatka, you go, go!” Someone must have told the police about us and our hosts were getting into trouble. We quickly packed up our stuff and cycled in our pyjamas into the dark back to the very busy main highway. There was no way to pitch our palatka (tent) in the fields around us, that we knew from when we arrived here. We though remembered a small platform next to the highway and a house where we now wanted to ask to pitch our tent. As we couldn’t see anything, we cycled slowly on the shoulder against the traffic and reached that place after a few hundred meters that felt like kilometres. Unfortunately we were directly refused and couldn’t convince them to let us pitch the tent anywhere near the house. Instead, they sent us back to the expensive hotel. Grudgingly we moved to the right side of the road and cycled another five kilometres back to the hotel through the eerie darkness to where we’ve been a few hours ago, checked into a very nice, clean and luxury room with a soft bed, white bed sheets, soft pillows, and a perfectly working bathroom with white towels, a real shower, a sink and a Western-style toilet and still went to bed dirty at around 10:30pm. The shower had to wait until the next morning.

Family dinner
Family dinner

Given our blackmarket exchange rate we only had to pay 30$ for our hotel room including breakfast, as the hotel used the official exchange rate. After a long shower we raided the breakfast buffet. In fact Johan ate so much, that the toilet seat broke into 100 pieces when he sat on it later. Back in our room we also noticed that there wasn’t neither electricity nor water anymore – we once again had to use our headlights and drinking water for brushing our teeth. At the check-out I told the receptionist about the problems and all she replied was “Yes”. When I said that she didn’t even tell us about these issues, she again replied with “Yes”. Johan then told me that she doesn’t speak English and I gave up complaining. Five minutes later she approached us asking in perfect English for 25.000 Sum (5$) for the broken toilet seat! If it comes to getting money people suddenly know how to communicate. After a short discussion we left without paying the fine and reached Bukhara around lunch time. The following day was Johan’s birthday which we spent sightseeing in Central Asia’s holiest city with buildings spanning a thousand years of history. As per our travel guide Bukhara is one of the best places for a glimpse of pre-Russian Turkestan.

Village life
Village life
Refueling stop
Refueling stop
Beautiful remainder of the Soviet architecture
Beautiful remainder of the Soviet architecture
While we were having a short coffee break this family stepped out of their car, sat next to us to take pictures. The boy was nicely dressed up in a velvet suit.
While we were having a short coffee break this family stepped out of their car, sat next to us to take pictures. The boy was nicely dressed up in a velvet suit.

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And we reached another important Silk Road city
And we reached another important Silk Road city

Bukhara impressions:

A beautiful and - in the early morning only - peaceful square
One of the few surviving hauz (ponds) in Bukhara created in the 16th and 17th century which was in the past the principal source of water but also notorious for spreading disease.

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Boobies alert

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Counting money in Uzbekistan takes a while

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Counting money takes a while in Uzbekistan – even if it’s not much

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A restaurant with a view
A restaurant with a view
The same restaurant's cooks and kitchen - according to our travel guide the best place in town
The same restaurant’s cooks and kitchen – according to our travel guide the best place in town

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At the gate of the Bukhara fortress Ark
The massive walls of the Bukhara fortress Ark
The massive walls of the Ark

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Working at our 12-Dollars-per-night-including-breakfast guesthouse
Working at our 12-Dollars-per-night-including-breakfast guesthouse

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Knowing that it would be unlikely for us to return to Uzbekistan we took a taxi to Khiva, 600km North of Bukhara. The Silk Road town is famous for its slave caravans, barbaric cruelty, terrible desert journeys and steppes infested with wild tribesmen. The town itself is like an open air museum with well preserved minarettes, medressas, mosques and boring museums and feels a bit like stepping into another era, if it wasn’t for the many tourist shops and cafés mainly catering for groups. We met Christian from France again and decided to have dinner together. We had met him first in Samarkand, he has been travelling through Central Asia from France with his 4WD car and was now on his way back home on more or less the same route as we were. Earlier that day we had made a reservation at the best restaurant in town and thought it wouldn’t be a problem to dine with one more person. We could not have been more wrong. It took us 15 minutes to convince the waiter that we would either eat all together or not at all at this place. We were almost about to leave when they finally agreed and angrily put a third chair at our table. After weeks of Laghman (noodle soup), Plov (fried rice) and Manty (dumplings filled with meat) we happily ordered hamburgers. Our mouths were watering by the thought of yummy juicy hamburgers American style. The bigger was our disappointment: two meat patties with some rice and mashed potatoes decorated with a leave of lettuce. We were bemused about our own naivity but enjoyed a nice evening with Christian. To our surpise we got a free dessert from the kitchen – maybe they understood that their earlier reaction wasn’t appropriate.

Khiva impressions:

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Winter is approaching
Winter is approaching

Looking for the right outfit 🙂

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The beautiful unfinished minaret which was supposed to become the highest minaret ever to be able to see Bukhara

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The next day we continued sightseeing in the morning and got annoyed by the poor service culture once more. We entered a café and the first question they asked us was “do you belong to a group?” Our usual answer, “Yes, we do, we are a group of two and sometimes even our group is too big!” didn’t amuse the waiters and we could see their disappointment. We got seated but nobody served us, despite us desperately trying to order coffee until finally a group arrived who got served immediately. Normally we would have left but as this was a place where Wifi reception was good and I had work-related emails to be sent we endured and stayed. We spent the afternoon in the taxi back to Bukhara to reunite with our bikes.

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It was once more time to leave the country as our Turkmen transit visas started on 9 October. With only five days to cross the country we wanted to make sure to pass the border as early as possible. We now had two days for the 100 km to get to the border and we only left Bukhara in the early afternoon, cycled until 5pm and pitched our tent in an apple orchard. That night we noticed that our matresses were deflating and by midnight we were both laying on the hard ground. Not a very good prospect as we had to cross the desert in Turkmenistan and would have to camp the coming days with no possibilities to repair the matresses. After a bad-night’s sleep we woke shattered and bad tempered as on top we were facing headwinds. By midday the wind was becoming a sand storm, the air was completely yellow and sandy, our sight very limited and the atmosphere eerie. We struggled to get to the border on time even though we had only a distance of around 60km to cover. But this time our delay turned to our favour as the customs officers wanted to go home and hardly checked our luggage and within 20 minutes we were officially checked out of Uzbekistan.

The Silk Road
The Silk Road

We had a lot of nice experiences and a few bad ones in Uzbekistan. Despite opening up for foreign tourism, the country is still a harshly governed police state. Nonetheless we felt genuinely welcome by people be it through their greetings when we cycled through villages, their gold-teethed smiles, their tea invitations, their children running or cycling happily with us, by those who invited us to stay at their homes and who shared their meals with us and of course by those who gave us fruit or bread when we cycled past. We were deeply impressed by the cities of Samarkand, Bukhara and Khiva with their fabulous architecture, positively surprised by the beautiful landscapes up until Samarkand and less impressed by the landscapes as from Samarkand dominated by vast deserts and cotton plantations. Dating back to Russian times – at least that’s what we assumed – the state administers itself to death. Our passport was stacked with little hotel slips, neatly filled in by the hotel managers, stamped and signed and when Johan got money from a bank he had to sign endless papers that were handed from one person to another, before they would retrieve the dollars.

Nacht-Radeln, Klobrillen und andere Überraschungen

30. September – 8. Oktober 2015 – Nach vier Tagen in Samarkand, von denen Johan fast die Hälfte der Zeit im Bett beziehungsweise auf der Toilette mit schlimmem Durchfall verbracht hat, machten wir uns wieder auf den Weg in die 270km entfernte Stadt Bukara, ein weiteres Highlight auf der Seidenstraße. Am ersten Tag passierte nicht wirklich viel, wir fuhren auf guten und leicht hügeligen Straßen an Baumwollfeldern entlang und am Nachmittag gegen den Wind. Wir übernachteten bei einer usbekischen Familie in einem riesigen Haus und zum ersten Mal gelang es uns, Brot und Süßigkeiten abzulehnen. Und zum ersten Mal gab es sogar ein Badezimmer – die Ausstattung war zwar sehr einfach, aber immerhin konnten wir uns waschen und sauber ins Bett gehen. Auch der zweite Tag begann unspannend. Die einzige Abwechslung war die Begegnung mit einem lustigen Südkoreaner, der am Internationalen Flughafen arbeitete, an dem wir gerade vorbeiradelten. Er war mit einem Golfschläger unterwegs, um die Hunde in den Dörfern abzuwehren. Wir hatten eine sehr lustige Unterhaltung und hätten ewig weiterreden können, mussten aber leider weiter, da es für uns an der Zeit war, uns um einen Schlafplatz zu kümmern.

Leaving Samarkand
Am Stadtrand von Samarkand
Johan was getting concerned about being on the wrong road as he couldn't find Buxoro (which is Bukhara) on his map!
Hier wurde Johan nervös, da er auf seiner Landkarte Buxoro (Bukara) nicht finden konnte und dachte, wir hätten uns verfahren!
Boring landscape and headwinds
Gegenwind bei eintöniger Landschaft
Lunchtime
Mittagessen

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When the Korean asked where we would sleep at night when there are no hotels Johan replied that we would look for a nice house and ask if we could pitch our tent in their garden. The Korean's answer: "How can you find nice house, they all look the same?"
Als der Koreaner fragte, wo wir denn schlafen würden, wenn es kein Hotel gibt, meinte Johan, “wir suchen uns ein schönes Haus und fragen, ob wir im Garten unser Zelt aufschlagen dürfen.” Seine Antwort: “Wie findet ihr denn ein schönes Haus, die sehen hier doch alle gleich aus!”

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Cotton after cotton field
Baumwolle, Baumwolle und noch mehr Baumwolle

Die Suche nach einem Schlafplatz stellte sich allerdings als etwas schwieriger heraus als erwartet. Das 4-Sterne-Luxushotel, wo Zimmer 60 Dollar kosten, ließen wir links liegen. Könnten wir hellsehen, wären wir geblieben und hätten den Rest des Tages in Luxus gebadet. Anstelle fuhren wir weiter und hielten an einem Neubaudorf, um einen Zeltplatz zu finden. Leider schickten uns alle weiter außer einer älteren Frau, die bei der Polizei arbeitete und uns ein Zimmer in ihrem Haus für 50 Dollar anbot. Dieses allzu großzügige Angebot lehnten wir ab und fuhren ins nächste Dorf. Viele Fragen und fast ebenso viel Kopfschütteln später, lud uns eine Familie zu sich ein. Der Hausfrau übergaben wir unsere Tütensuppen, da wir nicht wollten, dass sie für uns kocht, da dieses Haus etwas ärmer aussah, und zum ersten Mal setzte sich die ganze Familie mit uns zum Essen an den Tisch. Wir bekamen auch unsere Nudelsuppe, mussten danach aber weiter mit der Familie essen. Dieses Mal gab es Kohl mit Würstchen. Im Laufe des Abends schaute der Rest der Familie und alle Nachbarn vorbei, um uns zu bestaunen und gegen 20 Uhr durften wir uns schlafen legen. In etwa eine Stunde später klopfte es plötzlich an der Tür, unser Gastgeber kam ins Zimmer und schrie aufgeregt: “Palatka, you go, go!”. Irgendjemand musste uns bei der Polizei verraten haben und die Familie bekam Schwierigkeiten. So schnell es ging packten wir unsere Siebensachen und radelten in unseren Schlafanzügen so schnell es ging in die Nacht in Richtung Schnellstraße. Unmöglich hätten wir unser Palatka (Zelt) hier in den Feldern aufschlagen können, das wussten wir vom Nachmittag. Wir erinnerten uns aber an eine kleine überdachte Plattform neben dem Schnellweg und da wollten wir hin. Da es wirklich stockdunkel war und wir absolut nichts sehen konnten, mussten wir mehrere Hundert Meter auf dem Standstreifen entgegen der Fahrtrichtung radeln. Leider ließ uns der Besitzer auch hier nicht zelten, da half kein Bitten und Betteln. Sie schickten uns zurück ins Hotel. Genervt schoben wir unsere Räder auf die richtige Fahrbahnseite und radelten die fünf Kilometer zurück zum Hotel durch die unheimliche Dunkelheit. Wir bekamen ein sehr schönes, sauberes und luxuriöses Zimmer mit weichen Betten, weißen Bettlaken, weichen Kissen und einem funktionierenden Badezimmer mit weißen Handtüchern, einer richtigen Dusche, einem Waschbecken und einem Klo, wie wir es gewohnt sind. Trotzdem gingen wir ungeduscht gegen 22:30 Uhr schlafen, das konnte bis zum nächsten Morgen warten.

Family dinner
Abendessen mit der ganzen Familie

Zu unserer großen Freude konnten wir unser Hotelzimmer in usbekischen Sum bezahlen und so zahlten wir aufgrund unserer sehr guten Tauschkurses nur 30 Dollar. Nach einer ausgiebigen Dusche plünderten wir das Frühstücksbuffet. Johan aß in der Tat so viel, dass später die Klobrille in Tausend Teile zerbrach. Und nicht nur das, nach dem Frühstück hatten wir plötzlich weder Strom noch Wasser und wir mussten uns die Zähne wieder einmal bei Stirnlampenlicht und mit unserem eigenen Wasser putzen. Beim Auschecken beschwerte ich mich und die Rezeptionistin beantwortete alle meiner Kommentare nur mit “Yes”. Johan meinte dann nur, dass sie kein Wort Englisch spräche und ich gab schließlich auf. Fünf Minuten später kam sie plötzlich auf uns zugerannt und forderte in perfektem Englisch 25.000 Sum (5$) von uns für die kaputte Klobrille. Wenn’s um’s Geldeintreiben geht, klappt es auf einmal mit dem Englischen. Nach einer kurzen Diskussion machten wir uns dann auf den Weg, ohne zu bezahlen. Gegen Mittag erreichten wir dann Bukara. Johans Geburtstag verbrachten wir in Zentralasiens heiligster Stadt mit Gebäuden, die auf eine 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Laut Reiseführer ist die Stadt auch eine der Besten, um eine Vorstellung vom vorrussischen Turkestan zu bekommen.

Village life
Dorfleben
Refueling stop
Nachschub
Beautiful remainder of the Soviet architecture
Wunderbares Überbleibsel sowjetischer Architektur
While we were having a short coffee break this family stepped out of their car, sat next to us to take pictures. The boy was nicely dressed up in a velvet suit.
Während einer kurzen Kaffeepause kam diese Familie an, setzte sich zu uns und machte Fotos. Der Junge hatte einen schicken Samtanzug an.

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And we reached another important Silk Road city
Eine weitere Stadt an der Seidenstraße

Eindrücke von Bukara: 

A beautiful and - in the early morning only - peaceful square
Einer der wenigen Teiche, die in Bukara überlebt haben. Sie wurden im 16. und 17. Jahrhundert gebaut und waren in der Vergangenheit die einzige Wasserquelle und verantwortlich für die schnelle Ausbreitung von Krankheiten.

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Atombusen-Alarm

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Counting money in Uzbekistan takes a while

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Geld zählen ist eine langwierige Angelegenheit in Usbekistan – auch wenn’s ganz wenig ist

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A restaurant with a view
Restaurant mit Ausblick
The same restaurant's cooks and kitchen - according to our travel guide the best place in town
Köche und Küche im selben Restaurant – laut Reiseführer das Beste vor Ort

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Am Tor der Festung Ark
The massive walls of the Bukhara fortress Ark
Die riesigen Schutzwälle der Festung

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Working at our 12-Dollars-per-night-including-breakfast guesthouse
Arbeit in der 12-Dollar-pro-Nacht-inklusive-Frühstück-Pension

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Da wir nicht davon ausgingen, irgendwann in naher Zukunft nach Usbekistan zurückzukehren, fuhren wir mit dem Taxi in das 600km entfernte Kiva im Norden Bukaras. Diese Stadt an der Seidenstraße ist berühmt-berüchtigt für ihre Sklavenkaravanen, barbarischen Grausamkeiten, schrecklichen Wüstenreisen und Steppen, die von wilden Stammesangehörigen heimgesucht werden. Für uns war die Stadt wie ein Freilichtmuseum mit gut erhaltenen Minaretten, Medressen, Moscheen und langweiligen Museen und wir kamen uns ein bisschen vor, als wären wir in ein anderes Jahrhundert eingetaucht, wenn da nicht die vielen Souvenirläden und Cafes gewesen wären. Hier haben wir auch Christian aus Frankreich wiedergetroffen und verabredeten uns zum Abendessen. Er ist mit seinem Geländewagen von Frankreich aus bis Zentralasien gefahren und war nun mehr oder weniger auf derselben Route unterwegs wie wir. Am Vormittag hatten wir einen Tisch im besten Restaurant am Platz gebucht und dachten, dass es sicherlich kein Problem sei, zu dritt aufzutauchen. Wir sollten uns täuschen. Es dauerte geschlagene 15 Minuten, bis der Kellner schließlich nachgab und verärgert einen dritten Stuhl an unseren Tisch stellte. Nach Wochen kulinarischer Entbehrungen und der Einnahme von Laghman (Nudelsuppe), Plov (gebratener Reis) und Manty (mit Fleisch gefüllte Knödel) bestellten wir Hamburger. Schon beim Gedanken daran lief uns das Wasser im Mund zusammen. Umso größer war unsere Enttäuschung als unsere Teller ankamen, auf denen je zwei Frikadellen, Reis, Kartoffelpüree und ein Salatblatt lagen. Schmunzelnd über unsere eigene Naivität verbrachten wir einen netten Abend mit Christian. Und zu unser aller Überraschung bekamen wir ein Dessert auf’s Haus – wahrscheinlich wurde dem Personal bewusst, dass sie sich nicht wirklich korrekt verhalten hatten.

Eindrücke von Kiva:

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Winter is approaching
Der Winter ist im Anmarsch

Johan sucht nach dem richtigen Outfit 🙂

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Das wunderschöne unfertige Minarett, das eigentlich das höchste der Welt werden sollte, damit der Sultan Bukara sehen kann

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Am nächsten Morgen schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt und ärgerten uns ein weiteres Mal über die nicht vorhandene Service-Kultur. Wir gingen in ein Cafe und die erste Frage, die uns entgegensprang war: “Gehören Sie zu einer Gruppe?”. Unsere übliche Antwort “Ja, unsere Gruppe besteht aus genau zwei Personen und selbst diese Gruppe ist manchmal zu groß,” fand der Kellner nicht wirklich lustig. Ganz im Gegenteil: Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Wir durften uns an einen Tisch setzen, wurden aber nicht bedient, obwohl wir mehrfach versuchten, Kaffee zu bestellen. Eine Gruppe, die kurz nach uns ankam, wurde sofort bedient. Normalerweise wären wir spätestens jetzt aufgestanden und gegangen, aber da es hier die einzig funktionierende WLan-Verbindung kam, rissen wir uns zusammen und blieben, denn ich musste noch dringend ein Paar wichtige E-Mails verschicken. Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder im Taxi auf dem langen Rückweg nach Bukara, um uns wieder zu unseren Rädern zu gesellen.

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Und wieder war es an der Zeit, ein Land zu verlassen, da unser Transitvisum für Turkmenistan ab dem 9. Oktober gültig war. Mit nur fünf Tagen Zeit, um das Land zu durchqueren wollten wir sichergehen, dass wir die Grenze so früh wie möglich passieren. Wir hatten zwei Tage Zeit, um die 100km entfernte Grenze zu erreichen und verließen Bukara am frühen Nachmittag, radelten bis 17 Uhr und zelteten unter Apfelbäumen. Leider stellten wir in dieser Nacht fest, dass unsere Matratzen leckten und gegen Mitternacht lagen wir auf dem harten Boden. Das waren keine guten Aussichten, denn wir mussten in Turkmenistan die Wüste durchqueren und würden die nächsten Tage zelten ohne die Gelegenheit zu haben, die Matratzen zu reparieren. Nach einer wirklich schlechten Nacht fuhren wir am nächsten Morgen schlecht gelaunt los. Denn zu allem Unglück kam auch noch Gegenwind dazu. Gegen Mittag wurde der Gegenwind zu einem Sandsturm, die Luft war komplett gelb und sandig, unsere Sicht sehr begrenzt und die ganze Atmosphäre irgendwie unheimlich. Wir kämpften hart gegen den Wind, um rechtzeitig an der Grenze anzukommen, obwohl wir nur eine Distanz von 60 km überwinden mussten. Zehn Minuten vor Schließung der Grenze kamen wir an, was für uns eindeutig vorteilhaft war, denn die Grenzbeamten hatten keine Lust auf Überstunden und so blieben unsere Taschen geschlossen und innerhalb von 20 Minuten waren wir offiziell aus Usbekistan ausgereist.

The Silk Road
Die Seidenstraße

Wir hatten viele schöne und wenige schlechte Erfahrungen in Usbekistan. Obwohl sich das Land langsam für den Tourismus öffnet, ist es noch immer ein streng geführter Polizeistaat. Trotzdem fühlten wir uns willkommen, sei es durch die zahlreichen Begrüßungen, wenn wir durch die Dörfer radelten, ein Lächeln mit blitzend goldenen Zähnen, die vielen Einladungen zum Tee, Kinder, die uns kreischend hinterherliefen oder -radelten, die vielen Menschen, die uns zu sich nach Hause einluden und Mahlzeiten mit uns teilten oder die uns beim Vorbeiradeln Obst oder Brot schenkten. Die Städte Samarkand, Bukara und Kiva haben uns mit ihrer sagenhaften Architektur stark beeindruckt. Wir waren positiv überrascht von den tollen Landschaften bis Samarkand, was danach kam, war dann leider eher langweilig, da die  Landschaft von Baumwollfeldern und wenig beeindruckenden Wüstenlandschaften dominiert wird. Der Staat selber verwaltet sich fast zu Tode, wir gehen davon aus, dass dies noch aus alter Sowjetzeit herrührt. Unsere Pässe waren voll mit kleinen Hotelzettelchen, die von den Hotelmanagern penibel ausgefüllt, bestempelt und unterschrieben waren. Als Johan bei einer Bank Geld abhob, musste er zahllose Papierfetzen unterschreiben, die von einem Bankangestellten zum anderen gereicht wurden, bevor er endlich seine Dollars bekam.