Der berühmt-berüchtigte Pamir Highway – Teil 1

23. August – 8. September 2015 – Der Pamir Highway ist eines der Highlights unserer Reise, daher berichten wir über die wichtigsten Geschehnisse in insgesamt vier Teilen anhand unserer täglichen Tagebucheinträge.

293km, altitude gain: 5224m (1121km and 15107m altitude gain in total)
293km, 5.224 Höhenmeter (1,121km and 15.107 Höhenmeter insgesamt)

Tag 1: Osh – Gulcha: 85km, 1.436 Höhenmeter
Wir zweifeln noch, ob wir losfahren sollen, da starker Regen vorhergesagt ist. Da es früh morgens nur stark bewölkt ist, fahren wir trotzdem los, da unser Tadschikistan-Visum bereits vor Tagen angelaufen ist. Gute Entscheidung, denn es regnet den ganzen Tag überhaupt nicht. Wir fahren heute nur bergauf, durch trostlose Landschaften und kleine, heruntergekommene Dörfer. Wir bezwingen einen Pass von 2.389m und haben leichten Rückenwind. Unterwegs bekommen wir Äpfel und Karotten geschenkt und treffen ein irisch/amerikanisches Radlerpaar. Glücklicherweise gibt es in Gulcha ein Guesthouse, so müssen wir nicht selber kochen, da wir nach einem langen Tag doch sehr müde sind.

Arriving at the guesthouse with well prepared owners
Gute Vorbereitung ist alles

Tag 2: Gulcha – Ak Bosoga: 77km, 1.369 Höhenmeter
Es geht früh los an einem wunderschönen Morgen mit strahlend blauem Himmel und ohne Wind. Wir strampeln durch das hügelige Gulcha-Tal und sind von hohen Bergen links und rechts umgeben. Das Tal wird mal enger, mal breiter und macht immer wieder Platz für ein kleines Dorf. Später erinnert uns die Landschaft an die Wüsten von Kalifornien. Und plötzlich kommt Wind auf – Gegenwind, denn mehr als einen Tag Rückenwind ist uns nicht vergönnt. Am Ende des Nachmittags fragen wir in einem Dorf nach Übernachtungsmöglichkeiten und werden direkt eingeladen. Wir bekommen Chai, Kekse, frische Wassermelone und Suppe und sogar ein eigenes Zimmer zum Schlafen. Das nennen wir mal Gastfreundschaft!

An unexpected coffee break
Unerwartete Kaffeepause

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And another break
Und schon wieder Pause

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The wind is picking up
Aufkommender Wind
Almost there...
Fast geschafft…
The Kyrgyz family we stayed with
Bei dieser kirgisischen Familie haben wir übernachtet

Tag 3: Ak Bosoga – Sary Tash: 30km, 922 Höhenmeter
Auch heute starten wir früh und mit schweren Beinen machen wir uns an den nächsten Pass, wieder gegen den Wind. Die Steigungen sind schwer, meist so um die 8%. Nach vier Stunden erreichen wir den Gipfel auf 3.615m, vom Wind und den Kindern, die alles anfassen, genervt. Zum ersten Mal sehen wir den schneebedeckten Berg Peak Lenin, den zweithöchsten Berg Kirgisistans mit einer Höhe von 7.134m. Später in Sary Tash haben wir eine fantastische Aussicht auf die gesamte Bergkette. Endlich geht es bergab, aber nur für drei Kilometer, dann steigt die Straße wieder für die nächsten zwei Kilometer auf den zweiten Gipfel auf 3.550m. Das ist wie ein Schlag ins Gesicht! Trotzdem kommen wir früh an und können in unserem Guesthouse zu Mittag essen. Danach kaufen wir alles Nötige ein in einem der zwei Läden, der gleichzeitig lokale Bar, Wechselstube und Mobilfunkanbieter ist. Wir haben Glück, denn der Besitzer ist gerade beim Einkaufen in Osch und jedes Mal, wenn wir nach etwas fragen, ruft die Dame hinter dem Tresen ihren Mann an und brüllt unsere Bestellung ins Telefon. Am nächsten Morgen können wir alles um 7 Uhr abholen.

Ascending the first pass before Sary Tash
Der erste Pass vor Sary Tash
Our first 1000 kilometers cycled
Unsere ersten 1.000 Kilometer
Summit #1
Gipfel #1
Summit #2
Gipfel #2

Tag 4: Sary Tash
Wir legen einen Ruhetag auf 3.200m Höhe ein, da wir keine Lust haben, gegen den gerade tobenden Sturm und Regen anzukämpfen. Ich bin ganz froh darum, da wir somit etwas mehr Zeit haben, uns an die Höhe zu gewöhnen. Die nächsten Tage werden wir über 4.000m verbringen.

Downtown Sary Tash
Stadtzentrum Sary Tash – links geht’s nach China, rechts nach Tadschikistan
Locals
Einheimische

Tag 5: Sary Tash – Karakul: 101km, 1.497 Höhenmeter
Ein herrlicher Tag, strahlend blauer Himmel und ausgeruhte Beine – ideal, um gleich zwei Pässe an einem Tag zu überradeln. 20 Kilometer radeln wir mit Aussicht auf eine atemberaubende Bergkette, zur Rechten liegt Peak Lenin. Um 10.30 Uhr passieren wir problemlos die erste Grenze und kurz danach beginnt der erste Pass durch 20 Kilometer Niemandsland. Wir sind umringt von majestätischen roten Bergen und von Murmeltieren. Adler kreisen in der Luft. Ansonsten ist es nur still. Kurz vor der tadschikischen Grenze treffen wir einen australischen Motorradfahrer, der uns vor Problemen an der Grenze warnt. Zwei französische Touristen würden gerade festgehalten – sie erhalten ihre Pässe nicht zurück – weil sie sich weigerten, eine Desinfektionsgebühr von 10 USD – die natürlich Schwachsinn ist – zu bezahlen. Am geschlossenen Grenztor angekommen, schlendert ein Soldat langsam auf uns zu, fragt nach Zigaretten und da wir keine haben läuft er genauso langsam wieder zurück. Fünf Minuten später kommt er wieder zurück, öffnet das Tor, führt uns zu den Zollbeamten in einem Seecontainer auf ca. 4.100m Höhe, nimmt unsere Pässe in Empfang und bittet uns, zu warten. Weitere fünf Minuten später bekommen wir unsere abgestempelten Pässe zurück und werden damit offiziell in Tadschikistan willkommen geheißen. Langsam fahren wir durch ein weiteres Tor – immer Ausschau haltend nach den Desinfektionsmännern – aber nichts passiert. Hatten wir doch wieder einmal Glück gehabt! Jetzt geht es erst einmal bergab. Kurz vor der Grenze hatten wir unseren neunten und letzten Pass in Kirgisistan mit einer Höhe von 4.336m überquert und jetzt radeln wir durch eine mondartige Landschaft mit kargen Bergen um uns herum, einem fast ausgetrockneten Flussbett und Staubstürmen, die eher heißen Thermen ähneln. Und wir haben noch mehr Glück: wir fliegen fast, da wir starken Rückenwind haben, das vereinfacht uns die Überquerung des zweiten Passes enorm. Gegen 18 Uhr erreichen wir Gipfel und von nun an geht es die letzten 30km nur noch nach unten. Allerdings macht uns der Wind einen Strich durch die Rechnung – die letzten 10km müssen wir gegen starken Gegenwind radeln. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir unser Ziel – müde, aber stolz auf die heute erreichte Tagesetappe, vor allem, weil wir am nächsten Tag erfahren, dass wir zwei Schotten auf ihren Leichträdern überholt haben.

Leaving Sary Tash
Nach Sary Tash
Photo session with Peak Lenin as a backdrop
Ist das ein Adler?
Photo session with Peak Lenin as a backdrop
Fotosession mit Peak Lenin im Hintergrund
The first Yaks we see
Unsere ersten Yaks

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Lunch break right before the Kyrgyz border crossing
Mittagspause kurz vor der kirgisischen Grenze
If an old R4 can do the Pamir Highway we should be able to do so, too!
Wenn ein alter R4 den Pamir Highway schafft, dann machen wir das doch mit Links! 
The beginning of the first pass in no man's land between the borders
Der Anfang des ersten Passes im Niemandsland zwischen den Grenzen 
Getting closer to the top
Beinahe oben

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A fluffy marmot
Ein flauschiges Murmeltier
Highest point ever by bike at 4336m
Höchster Gipfel mit 4.336m, den wir je mit den Rädern bezwungen haben
We can Selfie :-)
Auch wir können Selfies 🙂
Dust storms
Staubstürme
Final destination: Karakol
Endstation: Karakul
And from here it's only: downhill, downhill, downhill
Und ab hier geht’s nur noch nach unten 
Arrived!
Angekommen!

From Kyrgyzstan to Pebblestan

09 – 20 August, 2015 – 200m later around the corner we reached the top. No sign indicated that we were at over 3,400m. We took a few photos, enjoyed the view, put on a few more clothes and then cycled downhill. Finally! We passed a few yurt camps before we decided to stop at a smaller camp with lake view, pitched the tent together with three handy children and joined the family for Chai (tea), bread and kumys, which is fermented mare milk and a beloved national drink in spring and summer. It has a little alcohol and tastes very sour with a slightly prickly feeling on the tongue. It is drinkable but not really our taste, especially as there are all kinds of other indefinable things swimming in it.

Leaving the highest point to date
Leaving the highest point to date
After the children helped with pitching the tent they also wanted to explore the inside
After the children helped with pitching the tent they also wanted to explore the inside
Our little yurt behind its big brothers
Our little yurt behind its big brothers
The inside of a sleeping yurt: mattresses, blankets and pillows are neatly folded and stored along the felt walls during the day. There are always enough blankets to host a few more guests.
The inside of a sleeping yurt: mattresses, blankets and pillows are neatly folded and stored along the felt walls during the day. There are always enough blankets to host a few guests.
The inside of a dining yurt: for dinner we had soup with vegetables and mutton meat served with bread and washed down with enormous amounts of chai
The inside of a dining yurt: for dinner we had soup with vegetables and mutton meat served with bread and washed down with enormous amounts of chai
Milking the mare
Milking the mare…
Leather storage bottle for fermented mare milk
…for the fermented mare milk stored in leather bottles

Communication turned out to be quite difficult as my Russian is very limited as well as their English. Now was the time to make use of our handy Russian-German dictionary with useful phrases as we were trying to find out at what time we could get dinner. The closest we could find was the sentence “Will there be warm food?” Later on it would prove to be even less useful when checking for a hostel room with sentences like “Do you have a room with sea view?” Going back to sign language or our pictionary still proves to be the best option.

At slightly over 3,000m the Song Köl area is only accessible between early June and late August. During this time, herders build their camps and move up their cattle. At the same time it is school holiday, so the farmers can take their children with them. We were amazed about their way of living and about how they bring up their children. They are used to work, older children take care of their younger siblings, girls are helping with the cooking, getting water from the nearby river, boys are herding the cows, sheep or horses. Everybody is busy all day long, but on the other hand it still felt very peaceful and relaxed to us. The adults would get up when it gets light while the children continued sleeping all next to each other in the sleeping Yurt. We all would have an extended breakfast with greasy noodles fried with onions and the mandatory Chai before heading off around the lake.

A coffee break and curious herders
A coffee break and curious herders
Riding with the cowboys
Riding with the cowboys
Hotels Kyrgyz-style
Hotels Kyrgyz-style
Enjoying Kyrgyz hospitality: invited by a family on vacation at Song Köl
Enjoying Kyrgyz hospitality: invited by a family on vacation at Song Köl
3 old women having lunch
Three old women having lunch

The lake is ringed by a saw-toothed horizon of peaks, fronted by lush summer pastures. Herders’ yurts dot the shore side meadows every kilometer or so. We felt like cycling through a Hollywood setting for a Western movie with cowboys on horses near and far. We could hardly get enough of this beautiful scenery, all the pain to get there was forgotten.

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A perfect camp spot
Another perfect camp spot
Our
Our new furry friend: we gave him some stale bread and he wouldn’t leave our tent anymore – all night he watched over our tent and couldn’t wait for us to emerge from it the next morning to greet us with his wagging tale.

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Over another pass and down via 33 switchbacks we left the area and now descended with more stunning views over the valley and high snow-capped mountains we knew we had to cross soon as well.

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I can fly, I can fly...
I can fly, I can fly…
At the top of yet another pass
At the top of yet another pass

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Pass after pass after pass we climbed on still unbelievably bad roads and we made slow progress towards Osh. One day we had to stop early as I was unwell. Soon I started vomiting and it became clear we wouldn’t be able to traverse the last pass before Kazarman. A few days later Johan spent most of the rest day in bed respectively on the toilet as he now suffered from diarrhoea. We nonetheless continued the following day as I had to finish a job and we knew there was another 3,000m pass to overcome. It’s been a tough day with weak bodies, endless undulating roads, pebbles, rocks, dust and the sun burning relentlessly. Temperatures in their high 30s and speeding Audi 100 – 50 % of the local population is driving this make, the other 50% drives in Japanese cars with the steering wheel on right – didn’t make the journey more pleasant. But we endured and pitched our tent at the foot of the pass next to a river where we could wash and cook and relax our bodies.

Petrol station in a remote village
Petrol station in a remote village

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Sick on the road
Sick on the road

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Meeting other cyclists from New Zealand and Switzerland
Almost daily we meet other cyclists, here from New Zealand and Switzerland
Riverside lunch
Riverside lunch

Then came our lucky day. Cycling slowly up the last pass before Osh on another cloudless and hot day we soon met a German in her 4WD treating us with “Nimm 2” (German candy) and refilling our water bottles. A few kilometres further up another German car stopped, two guys participating in a race from London to Mongolia stepped out and refilled our water bottles once again. Later, we were just cooking a big pot of yummy spaghetti, three cars from France and Belgium stopped. And again, they treated us well, refilling our water bottles once more and giving us Swiss chocolate.

Two funny German guys treating us well
Two funny German guys treating us well

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Friendly people along the road
Friendly people along the road
A typical clean toilet
A typical clean toilet: there is also toilet paper which is as rough as sandpaper
A Kyrgyz waitress in a small cafe being very happy that she could take a picture with me
A Kyrgyz waitress in a small cafe being very happy that she could take a picture with me
Typical Kyrgyz outfit
Typical Kyrgyz outfit
Kygryz-style house
Kygryz-style house

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And another pass tackled
And another pass tackled
Happy children along the road
Happy children along the road
Shopping once again
Shopping once again

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One of the many broken bridges we and many heavy trucks are passing
One of the many broken bridges we and many heavy trucks are passing

Traversing the pass we officially entered South Kyrgyzstan. And in many ways this area felt like a different country. Hotter in terms of climate as well as human temperament and closer to the conservative Islamic culture than the industrialised, Russified Bishkek. People however are unfailingly hospitable, giving us fruit or vegetables when passing by and welcoming us in every village with their hellos, welcomes or bye-byes.

The pass marking the border between North and South Kyrgyzstan
The pass marking the border between North and South Kyrgyzstan
Filtering water
Filtering water

The landscape changed as well. From arid, rugged and mostly treeless and often yellowish dried countryside to a now still mountainous but much more fertile area with apple, walnut and plum trees lining the streets and giving us the much-needed shelter from the sun. We continued wobbling over rocks, pebbles and sand, sweat running down our faces and bodies, breathing in dust, up and down and once more up. The river roared hundreds of meters below us and we couldn’t wait to finally roll downhill and to finally meet tarmac again. After a few more hours of strenuous cycling there it was: a village and tarmac. We tried to buy lunch, but all we could find in the first shop was a drunk elderly couple savouring a glass of vodka and in the second shop two 4-packs of yoghurt, a package of crisps and another package of sweet biscuits. Hungry, we sat down under a tree and ate like starving wolves, when some children came running to watch us, going away again to pick sunflower seeds that they were currently drying on the roads. They clearly understood how hungry we were and their empathy and this nice little gesture meant a lot to us.

Village life: drying sunflower seeds on the roads
Village life: drying sunflower seeds on the roads
The enormous assortment of a typical village shop
The enormous assortment of a typical village shop: most importantly there is Vodka and cigarette

Once we hit the tarmac cycling felt like flying and we enjoyed the smooth ride despite traffic picking up again. Within a few days we reached Osh and celebrated our achievements to date: by now we had traversed six passes and gained 10.000m.  With two rest days we prepared for the real challenge – the Pamir Highway.

Entering the province of Osh with 'beautiful' Soviet architecture
Entering the province of Osh with ‘beautiful’ Soviet architecture
Typical breakfast: eggs, bread and self-made jam served with black tea and sometimes coffee
Typical breakfast: eggs, bread and self-made jam served with black tea and sometimes coffee
Our room at a hotel which took us an hour to find as they don't put up signs in Kyrgyzstan
Our room at a hotel which took us an hour to find as they don’t put up signs in Kyrgyzstan
And the filthy outside toilet at the same hotel
And the filthy outside toilet at the same hotel
In Kyrgyzstan all signs indicating the gradients of hills are at 12%
In Kyrgyzstan all signs indicating the gradients of hills are at 12%
Our favorite snacks. In the meantime we manage to eat one melon in one go!
Our favorite snacks. In the meantime we manage to eat one melon in one go!
Entering Osh
Entering Osh
Women selling kumys along the road
Women selling kumys along the road

Cycling was’t easy these past weeks. However, we are enjoying every day, our freedom, the beautiful landscapes and that we are able to do what we do.

528km (830km in total) and total altitude gain of 9517 m
528km (830km in total) and total altitude gain of 9517m

Von Kirgisistan nach Kieselstan

9. – 20. August 2015 – Nach 200 Metern und einmal um die Ecke waren wir auch schon oben. Wieder einmal gab es kein Schild, das uns bestätigte, dass wir über 3.400m hoch waren. Wie immer machten wir ein Paar Fotos, genossen die Aussicht, zogen warme Klamotten an und rollten dann bergab. Endlich! Wir passierten einige Yurt-Camps bevor wir uns für ein kleineres Camp mit Seeblick entschieden, um hier die Nacht zu verbringen. Mit den praktisch veranlagten Kindern stellten wir unser Zelt auf und genossen dann gemeinsam mit der Familie Chai, Brot und Kumys. Kumys ist fermentierte Stutenmilch und ein beliebtes Nationalgetränk im Frühling und Sommer. Es enthält ein wenig Alkohol, schmeckt säuerlich und prickelt ein bisschen auf der Zunge. Sicher trinkbar, aber nicht wirklich unser Geschmack, vor allem weil auch noch viele undefinierbare Dinge darin herumschwimmen.

Leaving the highest point to date
Wieder auf dem Weg nach unten
After the children helped with pitching the tent they also wanted to explore the inside
Nachdem die Kinder beim Aufstellen des Zeltes geholfen haben, wollten sie es natürlich auch von innen begutachten
Our little yurt behind its big brothers
Unsere kleine Yurt hinter ihren großen Brüdern
The inside of a sleeping yurt: mattresses, blankets and pillows are neatly folded and stored along the felt walls during the day. There are always enough blankets to host a few more guests.
Das Innere der Schlafyurt: Matratzen, Decken und Kissen werden fein säuberlich gefaltet und tagsüber entlang der Filzwand gestapelt. Es sind immer ausreichend Betten für Gäste da!
The inside of a dining yurt: for dinner we had soup with vegetables and mutton meat served with bread and washed down with enormous amounts of chai
Das Innere der Yurt, in der gegessen wird: Zum Abendessen bekamen wir Gemüsesuppe mit zähem Hammelfleisch, Brot und unendlich viel Tee.
Milking the mare
Die Stute wird gemolken….
Leather storage bottle for fermented mare milk
…um daraus Kumys zu machen, der in Lederflaschen aufbewahrt wird.

Die Kommunikation war allerdings recht mühselig, da mein Russisch ebenso rudimentär ist wie das Englisch der Einheimischen. Jetzt kam uns endlich unser praktisches Russisch-Deutsch-Reisewörterbuch zugute, da wir herausfinden wollten, wann es Abendessen gibt. “Gibt es warmes Essen?” war allerdings das Beste, was wir finden konnten. Später, auf der Suche nach einer kleinen Pension, bewies sich unser Wörterbuch als noch nutzloser mit Sätzen wie “Haben Sie ein Zimmer mit Seeblick?”. Zeichensprache oder unser Bilder-Wörterbuch stellten sich dann doch immer wieder als deutlich praktischer heraus.

Aufgrund der Höhe von über 3.000m ist das Gebiet um Song Köl nur zwischen Anfang Juni und Ende August zugänglich. Während dieser Zeit bauen die Hirten ihre Yurten auf und bringen ihren Viehbestand auf die Weiden nach oben. Gleichzeitig beginnen auch die Schulferien, damit die Familie gemeinsam umziehen kann. Uns hat die Lebensweise und die Art, wie die Kinder aufgezogen werden, sehr beeindruckt. Schon früh werden die Kinder an die Arbeit gewöhnt, die Älteren kümmern sich um die kleinen Geschwister, Mädchen helfen beim Kochen und Wasserholen aus den nahen Flüssen, Jungs hüten die Kühe, Schafe oder Pferde. Die Menschen sind den ganzen Tag beschäftigt, trotzdem spürten wir keinerlei Hektik oder Stress, ganz im Gegenteil. Die Erwachsenen stehen bei Sonnenaufgang auf, die Kinder schlafen ungestört weiter, bis sie von selbst aufwachen.

Gemeinsam haben wir am nächsten Morgen mit der ganzen Familie gefrühstückt – dieses Mal gab es fettige und mit Zwiebeln angebratene Nudeln und natürlich Chai. Danach radelten wir weiter um den See.

A coffee break and curious herders
Kaffeepause mit neugierigen Hirten
Riding with the cowboys
Cowboys unter sich
Hotels Kyrgyz-style
Hotels im Stil Kirgisistans
Enjoying Kyrgyz hospitality: invited by a family on vacation at Song Köl
Kirgisische Gastfreundschaft: Einladung zum Tee von einer Familie, die Urlaub am Song Köl machte
3 old women having lunch
Drei alte Frau beim Essen

Der See ist umgeben von unzähligen Gipfeln und saftig-grünem Weideland. Alle Paar Kilometer stehen Yurten auf den Wiesen. Irgendwie fühlte es sich an, als radelten wir durch eine Hollywood-Landschaft für einen Western mit Cowboys nah und fern. Wir konnten an dieser Landschaft kaum sattsehen, die ganzen Anstrengungen, um dorthinzukommen, waren vergessen.

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A perfect camp spot
Noch ein perfekter Zeltplatz
Our
Unser neuer pelziger Freund: mit altem Brot haben wir sein Herz erobert und der Hund wich nicht mehr von unserer Seite. Die ganze Nacht hat er unser Zelt bewacht und konnte es am nächsten Morgen kaum erwarten, dass wir aus dem Zelt krochen, um uns mit wedelndem Schwanz zu begrüßen.

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Über einen weiteren Pass und danach über 33 Kehren nach unten verließen wir das Gebiet wieder. Wieder gab es beeindruckende Aussichten über das ganze Tal und die hohen, schneebedeckten Berge, von denen wir wussten, dass wir sie demnächst auch noch überqueren mussten.

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I can fly, I can fly...
Und fliegen kann ich auch….
At the top of yet another pass
Der Pass nach Song Köl

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Pass um Pass eroberten wir, leider noch immer auf so unglaublich schlechten Straßen, dass wir nur langsam in Richtung Osch vorankamen. An einem Tag mussten wir früher anhalten, da es mir schlecht ging. Ich musste mich übergeben und uns wurde schnell klar, dass wir den nächsten Pass heute nicht mehr schaffen würden. Wenige Tage später verbrachte Johan die meiste Zeit unseres Ruhetages im Bett beziehungsweise auf der Toilette, er hatte Durchfall. Am nächsten Tag ging es dann trotzdem weiter, da ich eine Übersetzung abliefern musste und dafür Internet brauchte und wir einen über 3.000 Meter hohen Pass überqueren mussten. Ein weiterer sehr anstrengender  Tag mit schwachen Körpern, unendlichen hügeligen Straßen, Kieselsteinen, Felsen, Staub und einer erbarmungslos auf uns herunter scheinenden Sonne. Temperaturen um die 35 Grad und rasende Audis 100 – 50% der Bevölkerung fährt Audi 100 und die andere Hälfte fährt japanische Autos mit dem Lenkrad auf der rechten Seite – machten die Reise nicht einfacher. Aber wir hielten durch, stellten unser Zelt am Fuße des Passes an einem Fluss auf, wo wir uns waschen und kochen konnten und uns ein wenig von den Anstrengungen des Tages erholten.

Petrol station in a remote village
Tankstelle in einem kleinen, abgelegenen Dorf

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Sick on the road
Krank unterwegs

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Meeting other cyclists from New Zealand and Switzerland
Fast täglich treffen wir andere Radfahrer, hier aus Neuseeland und der Schweiz
Riverside lunch
Mittagessen am Flussufer

Dann kam unser Glückstag. Wir schlängelten uns an einem wolkenlosen und heißen Tag langsam auf unserem letzten Pass vor Osch hoch, als eine Münchnerin in ihrem Geländewagen hielt und uns mit Nimm 2 und Wasser versorgte. Wenige Kilometer weiter oben kam uns dann ein weiteres deutsches Auto entgegen, dieses Mal zwei Jungs, die an einer Ralley von London in die Mongolei teilnahmen. Auch sie füllten unsere Wasserflaschen auf. Später, wir kochten gerade leckere Spaghetti am Straßenrand, hielten drei Autos aus Frankreich und Belgien – wieder gab es frisches Wasser und dieses Mal sogar noch Schweizer Schokolade.

Two funny German guys treating us well
Zwei lustige deutsche Jungs, die es gut mit uns meinten

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Friendly people along the road
Freundliche Menschen am Straßenrand
A typical clean toilet
So sieht eine typische, saubere Toilette aus: es gibt sogar Klopapier, das ist aber so rauh wie Schmirgelpapier.
A Kyrgyz waitress in a small cafe being very happy that she could take a picture with me
Eine kirgisische Kellnerin in einem kleinen Cafe, die sich riesig freute, dass sie mit mir zusammen ein Foto machen durfte.
Typical Kyrgyz outfit
Typisches kirgisisches Outfit
Kygryz-style house
Kirgisisches Haus auf dem Land

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And another pass tackled
Und wieder einen Pass geschafft
Happy children along the road
Fröhliche Kinder am Straßenrand
Shopping once again
Einkaufen

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One of the many broken bridges we and many heavy trucks are passing
Eine der vielen fast eingestürzten Brücken, die nicht nur wir, sondern auch LKWs überqueren

Mit der Überquerung dieses Passes waren wir nun offiziell in Süd-Kirgisistan. Und in vielerlei Hinsicht fühlte sich dieses Gebiet fast wie ein anderes Land an. Viel heißer – sowohl das Klima als auch das Temperament der Menschen – und näher an der islamischen Kultur als das industrialisierte, russifizierte Bischkek im Norden. Die Menschen sind auch hier unglaublich gastfreundlich, reichten uns Gemüse oder Obst, wenn wir vorbeifuhren und begrüßten uns in den Dörfern winkend und mit herzlichen Hallos und Bye-Byes.

The pass marking the border between North and South Kyrgyzstan
Der Pass, der auch die Grenze zwischen Nord- und Süd-Kirgisistan ist
Filtering water
Wasser filtern

Die Landschaft hat sich auch geändert: von der trockenen, rauhen, baumlosen und fast ausschließlich gelb-verbrannten Landschaft in eine immer noch bergige, aber viel fruchtbarere Gegend mit Apfel-, Walnuss- und Pflaumenbäumen am Straßenrand, die uns den heiß-ersehnten Schatten lieferten. Wir hobbelten weiter über Felsen, Kiesel und Sand, der Schweiß rann uns über das Gesicht und an unseren Körpern hinunter, wir atmeten viel Staub ein und fuhren hoch und runter und immer wieder hoch. Der Fluß tobte hunderte von Metern unter uns und wir konnten es kaum erwarten, endlich nur noch nach unten zu radeln und endlich wieder auf geteerten Straßen zu fahren. Ein Paar Stunden später war es dann soweit: endlich das ersehnte Dorf und endlich Asphalt. Wir wollten uns unser Mittagessen kaufen, wurden aber im ersten Laden von zwei Wodka-trinkenden Alten abgewiesen und im zweiten Laden gab es nur je vier kleine Becher Joghurt, zwei Tüten Chips und eine Tüte Schokokekse. Unter einen Baum aßen wir wie ausgehungerte Wölfe als einige Kinder angerannt kamen, uns kurz beobachteten, um dann wegzurennen und uns getrocknete Sonnenblumenkerne zu bringen. Ihnen war klar, dass wir sehr hungrig waren und ihr Einfühlungsvermögen und diese kleine Geste hat uns sehr bewegt.

Village life: drying sunflower seeds on the roads
Dorfleben: Sonnenblumenkerne werden auf der Straße getrocknet
The enormous assortment of a typical village shop
Das riesige Angebot eines typischen Dorfladens – Hauptsache, es gibt ausreichen Wodka und Zigaretten, alles andere ist Nebensache.

Auf Asphalt fühlte sich das Radeln fast wie Fliegen an und wir genossen es in vollen Zügen, obwohl der Verkehr jetzt deutlich zunahm. Innerhalb weniger Tage erreichten wir Osch und feierten , was wir bisher erreicht hatten: immerhin hatten wir bis hierhin bereits sechs Pässe überquert und knapp 10.000 Höhenmeter erstrampelt. Mit zwei Ruhetagen bereiteten wir uns auf die nächste Herausforderung vor: den Pamir-Highway.

Entering the province of Osh with 'beautiful' Soviet architecture
Einfahrt in die Provinz Osch mit wunderbarer Sowiet-Architektur
Typical breakfast: eggs, bread and self-made jam served with black tea and sometimes coffee
Typisches Frühstück: Eier, Brot und selbstgemachte Marmelade, Schwarztee und manchmal sogar noch Kaffee.
Our room at a hotel which took us an hour to find as they don't put up signs in Kyrgyzstan
Unser Zimmer in einem Hotel, das wir ca. eine Stunde suchten, da es die Kirgisen nicht für notwendig erachten, Schilder anzubringen.
And the filthy outside toilet at the same hotel
Und hier die eklige Variante einer Toilette im besagten, unauffindbaren Hotel
In Kyrgyzstan all signs indicating the gradients of hills are at 12%
Alle Berge in Kirgisistan habe eine Steigung von 12%.
Our favorite snacks. In the meantime we manage to eat one melon in one go!
Unser Lieblings-Snack. Mittlerweile verputzen wir eine komplette Melone alleine!
Entering Osh
In Osch angekommen
Women selling kumys along the road
Frauen, die am Straßenrand Kumus verkaufen

Das Radfahren war schwer in den letzten Wochen. Trotzdem haben wir jeden Tag genossen, unsere Freiheit, die unbeschreiblich schönen Landschaften und vor allem, dass wir in der Lage sind, das zu machen, was wir wollen.

528km (830km insgesamt) und 9517 Höhenmeter insgesamt
528km (830km insgesamt) und 9517 Höhenmeter insgesamt

The Arrival

Fast facts Kyrgyzstan:

  • Independent since 1991, the country had to invent itself as no such country had existed in the pre-Soviet period
  • 90% of the country lies above 1,500 meters and 71% over 2,000 meters above sea level
  • The beauty of the country for visitors is that is has a bit of everything: nomadic traditions, central Asian mystique, Soviet-era trappings and Silk Road sites
  • Population: 5.7 million people
  • Kyrgyzstan is approximately the size of Spain
  • Neighboring countries: Kazakhstan (North), China (Southeast), Tajikistan (South), Uzbekistan (West)
Our route
Our route: 303 km, 2,741 altitude meters

August 3 – 10, 2015 – We landed safely in Bishkek, Kyrgyzstan with a two hours delay and so did our luggage. Shattered from a sleepless flight Johan started putting the bikes together at a deserted airport. A few hours later we were once again ready – this time to begin with a short 35-kilometer ride into town on a yet deserted but still scary to me motorway in the soaring heat on bikes that were heavier than ever. We asked ourselves how we would be able to pedal our luggage of more than 35 kg each over passes higher than 4,000 meters. We would yet have to find out.

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Trying to leave the motorway for no obvious reasons – there wasn’t any traffic – we got lost in the dust and found a poor farmer, who desperately wanted to offer us a melon. We weren’t able to leave without it. Later at the hostel we knew why he was so desperate, the melon must have laid in the sun for days as it was completely dried out and not edible.

Arriving at the hostel we learned that the receptionist forgot our booking and that there were no rooms available for us. Feeling sorry for us and knowing it was her fault, she arranged another place for us to stay and a few hours later we settled in and finally fell into a sound sleep in the middle of the day.

Kyrgyzstan so far surprised us with its efficiency to work out things in our way. The next day we picked up our visas for Iran, bought a SIM-card for our phone, arranged our food supplies for the coming days and were ready for our departure into the wild.

Kyrgyz wedding in Bishkek
Kyrgyz wedding in Bishkek

The morning of our departure we met a couple that had just returned from a cycling trip through Kyrgyzstan and scared me off with horror stories about heavy traffic and mad drivers on some of the roads we intended to take. Nonetheless we pedaled off to discover the beauty of this country.

The cyclists were right, there was heavy traffic getting out of town and on our way to lake Son Köl, but they weren’t right with their assessment of the roads and the drivers. On the new Chinese-built roads we always had a small hard shoulder and a wide enough soft shoulder to escape any dangerous situation and the older Russian-built roads were wide enough to handle a few cars next to each other as well as two lonely cyclists.

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In the late afternoon of our second cycling day traffic got heavy and we stopped at a rest place where small Chinese stalls and tourist shops were selling summer gadgets and lots of Vodka– we were on the main road to the famous holiday destination Lake Issyk Köl – and were invited by one of the shop owners to sleep in one of his tents, normally used for dining purposes of transients. Later that evening, we were just preparing to go to sleep, a decent English-speaking Kyrgyz woman approached us and invited us for ice-cream at her little shop. A few conversations later she told us we could stay at her mother’s house the next day before we would head off to traverse our first big passes. Again we happily accepted, bought a huge watermelon the next day upon arrival in Kochkor as a present only to find out that we weren’t welcomed but shown to an expensive but neat guesthouse nearby. We had to eat 10kg of melon all by ourselves in just one evening as we couldn’t carry it up the mountains.

Our first free camp
Our first free camp
Scenery between Bishkek and Kochkor
Scenery between Bishkek and Kochkor

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Our first real pass at 2,200m right before Kochkor
Our first real pass at 2,160 m right before Kochkor
Getting closer to Kochkor
Getting closer to Kochkor
The sink to wash yourself is usually outside the house, as there are no real
The sink is usually outside the house, as there are no real bathrooms
A typical village ship
A typical village shop
Breakfast at our luxury B&B
Breakfast at our luxury B&B

A few more kilometers of tarmac the next day and then we took a right turn into the direction of Son Köl. No more asphalt for the next few hundred kilometers, instead gravel, dust, rocks, pebbles, pot-holes and bumpy roads. The tough part had just begun. To add to this we also started our climb as we had to pedal over a 3,446-meter high pass to get to the lake. The landscape was stunning – lush green grassland, roaring rivers underneath and undulating scenery all around us. At the foot of the pass we pitched our tent next to a farmhouse, washed ourselves in the icy river, cooked and just managed to get everything into our tents before the big storm hit the valley. Our first night in the tent and we had rain, not the luckiest start.

Last kilometers on tarmac
Last kilometers on tarmac
Let the torture begin
Let the torture begin
Pushing due to the strong headwind
Pushing due to the strong headwind
Rugged scenery
Rugged scenery
Dust
Dust

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Can you see the gold at the end of the rainbow?
Can you see the gold at the end of the rainbow?
A home with a view
A home with a view
Filtering water
Filtering water

We weren’t really organized and set as a team yet and it took us three hours the next morning before we could begin our climb. Sweating and swearing, slowly pedaling and even slower pushing, wishing we had taken less gear, we step by step moved forward, meter by meter, from rest to rest, and finally reached the top after more than five hours of hard word. But before we could celebrate our first big achievement at 3,446 meters, we had to accept a few presents ourselves. We had stopped just a few hundred meters before the summit – not knowing we were so close – to filter some more water and to refuel ourselves with our remaining food, when the first car stopped. A drunk driver and family father stepped out of the car and desperately wanted to give us something. He started off with Kymyz – more to that later – which we were able to decline. He then handed us a bag with all kinds of mixed sweets, rotten fruit and stale bread and topped this with a donation of sheep meat taken out of huge filthy plastic bag in his trunk. The meat looked disgusting to us, I think we got parts of the stomach. We happily accepted, took a few photos with the donator and his family and buried the meat nearby – hoping, the wolves would find it later. Getting ready to tackle the rest of the mountain, the next car stopped, a muslim opened his window, shouted Salam Aleikum, threw a bottle with a white drink at us and drove off again. With our mouths open we said our goodbyes and thanks while he was already snaking down the pass. We saw another car coming down and wanted to wait for it to pass when it stopped again. The guesthouse owner we stayed with two nights before and who offered us to give us a ride up the mountain stepped out of the car with two tourists to say hello! Surprised we chatted for a few minutes – the tourists were by the way two Dutch guys who shyly asked us how we found each other and if we were a couple as we weren’t of the same nationality. We would get this question more often and most often from other travelers.

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Die Ankunft

Fakten Kirgisistan:

  • Unabhängig seit 1991, musste sich das Land selbst erfinden, da so ein Land vor der Soviet-Ära nicht existierte
  • 90% des Landes liegt über 1.500 Metern und 71% über 2.000 Meter hoch
  • Die Faszination für Besucher liegt darin, dass es ein bisschen von allem gibt: nomadische Tradition, zentralasiatische Mythen, Hinterlassenschaften aus der Soviel-Ära und Sehenswürdigkeiten der alten Seidenstraße
  • Bevölkerung: 5,7 Millionen Menschen
  • Kirgisistan ist ungefähr so groß wie Spanien
  • Nachbarländer: Kasachstan (Norden), China (Südosten), Tadschikistan (Süden), Usbekistan (Westen)
Our route
Unsere Route:: 303 km, 2.741 Höhenmeter

3. bis 10. August 2015 – Mit zweistündiger Verspätung landeten wir sowie unser Gepäck unversehrt. Völlig erschlagen von einer schlaflosen Nacht begann Johan, die Fahrräder am völlig vereinsamten Flughafen zusammenzuschrauben. Wenige Stunden später waren wir dann wieder soweit und wir konnten auf der verkehrsarmen Autobahn in glühender Hitze unsere ersten 35 km in die Stadt radeln – auf Rädern, die so schwer wie nie waren. Wie sollten wir unser Gepäck mit je ca. 35kg über 4.000 Meter hohe Pässe bringen? Das sollten wir noch herausfinden.

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Obwohl kein Verkehr war, versuchten wir, die Autobahn zu verlassen und verfuhren uns prompt. Dafür fanden wir einen armen Bauern, der uns partout nicht ohne eine Melone weiterfahren lassen wollte. Später mussten wir dann feststellen, dass die Melone wahrscheinlich schon länger in der Sonne lag, denn sie war total ausgetrocknet und nicht essbar, dies wohl auch der Grund, weshalb der Bauer so hartnäckig war.

Endlich im Hostel angekommen mussten wir leider feststellen, dass unsere Buchung verschlampt wurde und es für uns kein freies Zimmer mehr gab. Wohlwissend, dass dies der Fehler der Rezeptionistin war, suchte diese uns ein anderes Hostel, wo wir uns kurz darauf einquartierten, um uns dann den ganzen Nachmittag schlafen zu legen.

Kirgisistan hat uns gleich zu Beginn mit seiner Effizienz überrascht. Gleich am nächsten Tag konnten wir unsere Iran-Visa abholen, eine SIM-Karte kaufen, machten alle notwendigen Lebensmitteleinkäufe und konnten uns damit auf den Weg ins Unbekannte machen.

Kyrgyz wedding in Bishkek
Hochzeit auf Kirgisisch in Bischkek

Am Morgen unserer Abreise trafen wir ein Radlerpaar, das gerade Kirgisistan beradelt hatte und vor allem mir Angst machte mit Horrorgeschichten zum Verkehr und hirnlosen Autofahrern auf einigen der Straßen, die auch wir nehmen wollten. Nichtsdestotrotz fuhren wir frohen Mutes los, um die Schönheit Kirgisistans zu entdecken.

Die Radfahrer hatten Recht, der Verkehr war zu Beginn auf unserem Weg in Richtung Son Köl heftig, womit sie aber nicht Recht hatten, waren ihre Einschätzung der Fahrer und der Straßen. Auf den neuen, von den Chinesen erbauten Straßen hatten wir immer ausreichend Platz, entweder auf dem kleinen geteerten Seitenstreifen oder wenn es denn sein musste auch auf dem unbefestigten größeren Seitenstreifen, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Und die alten russischen Straßen waren breit genug, um mehrere Autos und LKWs und noch zwei einsame Radler nebeneinander zuzulassen.

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Als am späten Nachmittag unseres zweiten richtigen Radeltages der Verkehr zu stark wurde – wir befanden uns auf der Hauptroute ins beliebte Feriendomizil Issyk Köl – stoppten wir an einem Rastplatz mit kleinen Essensständen, Vodka-Verkaufsständen und chinesischen Touristenläden. Einer der Ladenbesitzer lud uns ein, unter einem seiner offenen Zelte, die normalerweise zum Essen benutzt werden, zu übernachten. Wir nahmen die Einladung an und gerade als wir uns schlafen legen wollten, kam eine gut englisch sprechende Kirgisin auf uns zu und lud uns in ihren kleinen Laden auf ein Eis ein. Nach einer Weile sagte sie uns, wir könnten die nächste Nacht bei ihrer Mutter in Kochkor verbringen, bevor wir uns an die richtigen Berge machten. Wir freuten uns darüber natürlich sehr, kauften nach Ankunft in Kochkor eine riesige Melone als Gastgeschenk nur um festzustellen, dass wir nicht wirklich willkommen waren und in eine viel zu teure, dafür aber saubere Pension weggeschickt wurden. Die 10kg Melone haben wir dann an einem Abend ganz alleine verputzt, denn wir wollten sie nicht auch noch über die Pässe schleppen.

Our first free camp
Unser erstes Camp
Scenery between Bishkek and Kochkor
Landschaft zwischen Bischkek und Kochkor

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Our first real pass at 2,200m right before Kochkor
Unser erster richtiger Pass auf 2,160 m kurz vor Kochkor
Getting closer to Kochkor
Nicht mehr lange bis Kochkor
The sink to wash yourself is usually outside the house, as there are no real
Waschbecken vor dem Haus, es gibt in der Regel keine Badezimmer
A typical village ship
Ein typischer Dorfladen
Breakfast at our luxury B&B
Frühstück in unserem luxuriösen B&B

Noch ein Paar geteerte Kilometer am nächsten Morgen und dann bogen wir rechts in Richtung Son Köl ab. Hunderte von Kilometern sollten wir nun auf unbefestigten, staubigen, felsigen und holprigen Schotterstraßen verbringen. Jetzt wurde es richtig anstrengend. Außerdem ging es bereits richtig stark bergauf, denn um den See zu erreichen mussten wir erst einen 3.446 Meter hohen Pass überwinden. Die Landschaft war grandios – grüne Weiden so weit das Auge reicht, rauschende Flüsse tief unter uns und sanfte, baumlose Berge um uns herum. Am Abend stellten wir unser Zelt in der Nähe eines Bauernhofes auf, wuschen uns im eiskalten Fluss, kochten und schafften es gerade noch, uns vor Ausbruch des Unwetters ins Zelt zu retten. Die erste Nacht im Zelt und es regnete – das fing ja gut an.

Last kilometers on tarmac
Die letzten Kilometer auf Asphalt
Let the torture begin
Die Selbstkasteiung kann beginnen
Pushing due to the strong headwind
Schieben, da der Gegenwind zu stark ist
Rugged scenery
Schroffe Berglandschaft
Dust
Staub

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Can you see the gold at the end of the rainbow?
Auf der Suche nach dem Goldtopf am Ende des Regenbogens 
A home with a view
Ein Zuhause mit Aussicht
Filtering water
Wasser filtern

Noch waren wir nicht wirklich gut organisiert – weder unser Gepäck noch wir als Team – und wir brauchten geschlagene drei Stunden am nächsten Morgen, bevor wir uns an den Pass machen konnten. Schwitzend und fluchend, kräftig in die Pedale tretend, langsam schiebend, unser vieles Gepäck verwünschend, Meter für Meter, von Pause zu Pause erreichten wir nach mehr als fünf Stunden harter Arbeit den Gipfel. Doch bevor wir unser erstes großes Etappenziel feiern konnten, durften wir selbst einige Geschenke in Empfang nehmen. Kurz vor dem Gipfel hielten wir, um unsere Wasserflaschen nachzufüllen und unser letztes Essen in uns reinzuschieben, nicht wissend, dass wir uns nur 100m vor dem Ziel befanden. Ein erstes Auto hielt, ein betrunkener Familienvater kam heraus und wollte uns unbedingt etwas schenken. Kumus – mehr dazu später – konnten wir zunächst erfolgreich ablehnen. Eine Tüte mit allerlei Süßigkeiten, altem Brot und verfaulten Aprikosen nahmen wir dann höflichkeitshalber an und auch das Stück undefinierbarem Fleisch – es sah aus wie ein Teil eines Magens – das aus einer alten Plastiktüte aus dem Kofferraum kam, konnten wir nicht ablehnen. Ein paar Fotos später mit der ganzen Familie zogen sie von dannen und Johan vergrub das Fleisch unter einem Felsen, hoffend, dass sich später hieran die Wölfe ergötzten. Gerade rechtzeitig, um den restlichen Berg in Angriff zu nehmen, hielt das nächste Auto. Ein Muselman öffnete das Fenster, schrie Salam Aleikum, schmiss uns eine Flasche mit einer undefinierbaren weißen Flüssigkeit entgegen und fuhr weiter. Mit offenen Mündern bedankten wir uns, aber das Auto befand sich schon auf der sich windenden Passstraße weiter unten. Auch das nächste Auto hielt, dieses Mal begrüßte uns der Besitzer der Pension, in der wir die vorletzte Nacht verbrachten. Er wollte uns damals schon mit dem Auto an den See fahren, da wir das seiner Ansicht nach niemals mit dem Fahrrad schaffen könnten. Mit im Auto waren zwei holländische Touristen, die uns schüchtern fragten, ob wir ein Paar seinen, da wir doch schließlich aus unterschiedlichen Ländern kämen. Interessanterweise wurden wir dies des Öfteren gefragt – und zwar immer von Touristen!

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