Der berühmt-berüchtigte Pamir-Highway – Teil 4

3. August – 8. September 2015 – Der Pamir Highway ist eines der Highlights unserer Reise, daher berichten wir über die wichtigsten Geschehnisse in insgesamt vier Teilen anhand unserer täglichen Tagebucheinträge.

Bildschirmfoto 2015-09-17 um 15.49.16

Tage 16 und 17: Ishkashim – Dushanbe: 700km
Johan fühlt sich noch immer schlecht und da wir rechtzeitig in Dushanbe für die Beantragung unserer Turmenistan-Visa sein müssen, nehmen wir bereits ab Ishkashim und nicht erst ab Khorog ein Taxi. Der Gasthaus-Besitzer verhandelt einen guten Deal für ein privates Taxi und mit den Rädern auf dem Dach und unseren Taschen im Kofferraum fahren wir los. Keine zehn Minuten später hält der Taxifahrer, um einen afghanischen Polizisten, der ebenfalls nach Dushanbe muss, mitzunehmen. Soviel zu privatem Taxi! Genervt telefonieren wir mit dem Manager des Gasthauses und handeln zumindest einen Rabatt raus. Leider fährt unser Macho-Taxifahrer wie ein Wilder und denkt, die Straße gehöre ihm alleine. Wir glauben, er hat seinen Führerschein in Indien gemacht, da er meist auf der linken Straßenseite fährt. Was uns noch mehr aufregt, da links die Klippe ist und mehrere hundert Meter unter uns der Fluss. Die halsbrecherische Straße, mittlerweile wieder mit dem Pamir Highway vereint, windet sich durch Schluchten und Canyons mit kahlen Bergen, die links und rechts in die Höhe sprießen. Auf der anderen Seite des Flusses liegt noch immer Afghanistan und dort führt ein schmaler Eselspfad am Fluss entlang. Die Aussichten sind spektakulär und wir sind beide traurig, dass wir diese Strecke nicht radeln können. Wir bedauern auch, dass wir uns auf unseren Reiseführer verlassen haben und durch das Wakhan-Tal geradelt sind, da wir uns jetzt erst auf dem spektakulärsten Teil des Highways befinden. Immer wieder weist Johan den Fahrer zurecht langsamer zu fahren, auf der rechten Seite der Straße zu fahren und LKWs auf der einspurigen Straße nicht zu überholen, wenn vor lauter Staub nichts zu sehen ist. In der Nacht wird die Fahrt noch gruseliger, da sich die Straße weiter verschlechtert, die Sicht schlecht ist und der Fahrer mehr an den vielen Telefonanrufen interessiert, die bis spät in die Nacht reinkommen, als an der Straße. Armer Johan bleibt die ganze Nacht wach, damit wir sicher ankommen, streitet unnachgiebig mit dem Fahrer und verhindert sogar ein Auffahren auf einen Sandhaufen am Straßenrand. Am nächsten Morgen als wir endlich auf einer geteerten Straße fahren muss der Fahrer wieder sein Können unter Beweis stellen. Mit einer für uns horrenden Geschwindigkeit von 140 km/h und einem Auto, das dabei fast auseinander fällt, brülle ich ihn dieses Mal an, damit er langsamer fährt. Stur fährt er die nächsten Minuten mit 60 km/h weiter und fragt andauernd, ob es so nun Recht sei. Die Stimmung im Auto erreicht in Dushanbe ihren Höhepunkt, als Johan freundlich versucht, unserem Fahrer den Weg zu unserem B&B anzuweisen und er partout den Anweisungen nicht folgen will, obwohl er keine Ahnung hat, wohin wir fahren müssen. Ich koche mittlerweile innerlich und an einer Kreuzung, an der er wieder mal nicht abbiegen will, brülle ich erneut und schicke noch ein Paar deutsche Schimpfwörter hinterher. Fünf Minuten später kommen wir dann nach 24 Stunden Autofahrt endlich an. Während dieser viel zu nervenaufreibenden Fahrt passieren wir übrigens ungefähr 20 Militär- und Polizei-Checkpoints. Jedes Mal müssen wir unsere Pässe zeigen und jedes Mal gibt es Theater, weil ein Afghane mit zwei Touristen reist. Später erfahren wir, dass es nur wenige Tage zuvor in einem Vorort von Dushanbe einen Anschlag mit mehreren Toten gab.

Getting the car packed for a long journey
Autopacken für eine lange Reise

In Marian’s Guesthouse verhandelt Johan einen fantastischen Preis und wir können uns so richtig erholen, bis wir unsere Visa für Turkmenistan bekommen. Heute findet zufällig auch das Fußball-Qualifikationsspiel für die WM 2018 zwischen Australien und Tadschikistan statt. Und da die Besitzerin des B&Bs Australierin ist, bekommen wir gleich zwei Karten geschenkt. Wir verbringen einen super Abend mit netten Australiern und selbst mir gefällt die Atmosphäre im Fußballstadion, obwohl ich so gar kein Fußballfan bin.

Das Leben meint es wieder gut mit uns!

Highly secured stadium
Hochsicherheits-Stadion

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Our new Aussie friends
Unsere neuen australischen Freunde

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A peaceful audience
Friedvolle Zuschauer

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