Zuhause

22. Juli – 7. Oktober 2016 – Nach einem albtraumartigen Rückflug nach Europa – einschließlich storniertem Flug und Chaos am Frankfurter Flughafen – kamen wir doch noch mit einer Verspätung von 24 Stunden und ohne Gepäck in Florenz in Italien an. Pläne mussten wieder einmal geändert werden. Anstelle mit den Rädern in die Stadt zu radeln nahmen wir einen Bus, suchten uns ein billiges Hotel und gingen Essen. Wir konnten an der Situation ja sowieso nichts ändern.

So lässt sich das Leben genießen 🙂

Es war warm und obwohl wir ziemlich erschlagen waren, freuten wir uns, wieder zurück in Europa zu sein. Und noch mehr darüber, in Italien zu verweilen. Wir freuten uns über und auf schönes Wetter, das Meer, den Strand und eine entspannte Zeit bei gutem Essen und Wein zu anständigen Preisen.

Zum Glück kamen dann unser Gepäck und unsere Räder am nächsten Tag an und Johan schraubte die Räder wieder zusammen. Gemeinsam gingen wir unsere Siebensachen durch, um Dinge, die wir hier nicht mehr benötigten, nach Hause zu schicken. Nach zwei Tagen zogen wir auf den Campingplatz um, da wir noch ein Paar Tage das wunderschöne Florenz genießen wollten. Wir besichtigten die Stadt, machten neue Bekanntschaften, genossen leckeres Eis und eine Woche später radelten wir mit vielen neuen Impressionen im  Gepäck in Richtung Mittelmeer. Um dort erst einmal Urlaub zu machen.

Zeltplatz in Florenz unter Olivenbäumen

Die Toskana ist extrem hügelig mit sehr steilen Anstiegen, die uns immer wieder an den Oman erinnerten. Somit war selbst die kurze Distanz bis ans Meer bei dieser Hitze kein einfaches Unterfangen. Aber auch das schafften wir und richteten unser vorübergehendes Zuhause für die nächsten drei Woche auf einem Campingplatz ein. Eigentlich wollten wir nur eine Woche bleiben, aber wie so oft änderten sich hier unsere Pläne wieder.

Jetzt war es auch an der Zeit, darüber nachzudenken, was wir so nach unserem Leben als Radnomaden machen könnten. Wir wussten allerdings noch immer nicht, wo wir gerne leben wollten. Italien war immer eine Option und aufgrund der günstigen Hauspreise dachten wir, jetzt sei ein guter Moment, hier mal etwas tiefer zu recherchieren. Wir machten Termine bei Maklern und schauten uns ein Haus an. Ein wunderschönes altes Haus, perfekt renoviert im Stil der Region, gelegen in einem mittelalterlichen Dorf auf einem Hügel. Von jedem Zimmer aus konnte man das Meer sehen. Ein Olivenhain gehörte ebenfalls dazu. Wir haben uns sofort in das Haus verliebt und hätten es auch in eine kleine Pension umbauen können – eine der Ideen für unsere Zukunft. Johan rechnete viel, wir machten Termine bei einer italienischen Bank und machten uns mit den ganzen Gesetzen und Regelungen in Italien vertraut. Wir durften sogar eine Nacht in ‘unserem’ Haus übernachten. Um es kurz zu machen: wir haben das Haus nicht gekauft, da es für uns finanziell nicht interessant genug war, ein solches Risiko auf uns zu nehmen. Außerdem waren wir nicht vollständig davon überzeugt, dass wir Spaß für den Rest unseres Arbeitslebens Spaß daran hätten, eine Pension zu führen.

Ein Haus mit Aussicht
Das kleinere Haus auf der linken Seite ist ‘unser’ Haus

Nach drei Wochen am Meer packten wir dann wieder, um langsam in Richtung Norden zu radeln. Quer durch die Toskana und über die Apenninen in Richtung Venedig und Verona. Wir zelteten wild, schliefen in einer Kirche und genossen ‘La Dolce Vita’ in Italien und den endlich warmen Sommer. Wir trafen Freunde, von denen wir dachten, sie seien ganz in der Nähe. Allerdings waren sie über 100km entfernt, kamen aber trotzdem auf einen Kaffee vorbei. Eine wunderbares Treffen, direkt am Strand.

Lucca: 

Bei einem klassischen Konzert, das hier 365 Tage im Jahr stattfindet und das wir bereits vor einigen Jahren besuchten

Auf unserem Weg in Richtung Norden:

Wir zelten ‘wild’ neben einem Hostel
Unser Blick auf das Dorf  Barga

Unser Mikro-Abenteuer durch die Apenninen: 

Da die Steigungen so steil waren brauchten wir den ganzen Tag bis zum Gipfel

Und auch oben hörten die Steigungen nicht auf

In dieser Kirche im Dorf San Pellegrino haben wir übernachtet
Unser Zimmer in der Kirche
Abschlussfoto bevor es wieder nach unten geht

Modena:

Ferrara: 

Wir nähern uns der Adria:

Kaffee am Strand mit unseren Freunden Erik und Andrea

In Verona machten wir wieder etwas länger Halt – eine Stadt, die wir mittlerweile sehr gut kannten. Verona gehört zu unseren Lieblingsstädten in Italien: Der Gardasee ist in der Nähe und ein toller Campingplatz befindet sich in Laufnähe zur Stadt, ist aber trotzdem noch weit genug weg von allem touristischen Trubel der Stadt. Am Gardasee mussten wir natürlich auch noch vorbei, denn das Wetter war noch immer hervorragend und das kühle Seewasser eine willkommene Erfrischung.

Verona:

Gardasee:

So allmählich kamen wir Deutschland und unserem Zuhause für die nächsten Monate immer näher.

Aber erst verbrachten wir noch eine Woche gemeinsam mit meinen Eltern in Südtirol. Für uns war das purer Luxus, da wir wieder einmal in einem richtigen Bett schlafen durften und das Zelt getrost in den Taschen lassen konnten.

Auf Entdeckungstour zu Fuß und per Rad
Eine wunderschöne Wanderung
Und eine wohlverdiente Pause nach 4 Stunden Wanderung

Wir gingen auch mit unseren Rädern auf Tour und erfüllten uns einen weiteren Traum: wir erradelten das Stilfser Joch, das für seine über 40 Kehren und fantastischen Aussichten bekannt ist. Wir starten früh morgens bei strahlendem Sonnenschein. Um zu vermeiden, dieselbe Strecke zweimal zu radeln, entschieden wir uns für die Strecke über die Schweiz, mussten dafür aber erst einen anderen Pass schaffen. Als wir endlich den ersten Pass hinter uns hatten änderte sich das Wetter und Wolken bedeckten den Himmel. Was uns zunächst nichts ausmachte, da der schattige Anstieg etwas einfacher war. Allerdings fing es just an zu schneien, als wir den Gipfel erreicht hatten. Es war saukalt und von schöner Aussicht konnte keine Rede sein. Und so schaufelten wir erst einmal eine riesige Portion Spaghetti Bolognese in uns rein, bevor wir dick eingepackt wieder nach unten rollten. Immer wieder öffnete sich der Himmel und lies ein Paar atemberaubende Blicke ins Tal zu.

Stilfser Joch: 

Nach einer Woche verabschiedeten wir uns wieder von meinen Eltern – wohlwissend dass wir uns bald wiedersehen sollten. Jetzt sollte es weniger als einen Monat bis nach Empfingen dauern.

Das Wetter war noch immer angenehm und so fuhren wir auf Umwegen nach Hause. Wir überquerten die Alpen erst über den Reschenpass und danach über den Fernpass und konnten so einen weiteren Alpenpass abhaken.

Reschenpass:

Fernpass:

Zurück in Deutschland trafen wir Samuel, mit dem wir bereits im Iran einige Zeit gemeinsam radelten. Und obwohl wir ihn erst am Tag unserer Abreise aus Füssen kontaktierten, verbrachte er fast den ganzen Tag mit uns. Es war ein schönes Wiedersehen und wir hoffen, das bald wiederholen zu können.

Neuschwanstein

Wir genossen den Altweibersommer und da Johan noch nie wirklich in München war, machten wir einen Abstecher bei meiner Familie.

Am 7. Oktober 2016 kamen wir dann schließlich wieder in Empfingen an, wo unsere Reise 15 Monate zuvor begann. In den ersten Wochen wohnten wir bei meinem Bruder und seiner Familie bevor wir in unser neues vorübergehendes Zuhause in einem nahegelegenen Dorf zogen.

Zuhause (Foto: Maria Hopp, Schwarzwälder Bote)

Jetzt mussten wir uns wieder an ein sehr anderes Leben gewöhnen und konnten viel über unsere Reisen nachdenken. Mehr als einmal fragten wir uns, ob es die richtige Entscheidung war, nach Hause zu kommen und nicht unseren ursprünglichen Plan zu verfolgen, nämlich bis ganz in den Süden von Südamerika zu radeln. Aber irgendwie hatten wir keinen Spaß mehr daran, ständig unterwegs zu sein und jeden Tag zu zelten. Ein schlechter Sommer und unsere wirklich spartanische Lebensweise hinterließen Spuren. Und je mehr Zeit verging, umso entspannter nahmen wir unsere Entscheidung und schlossen unseren Frieden damit.

Wir freuen uns jetzt über ein schönes Zuhause auf dem Land, das mittlerweile weniger temporär und dafür mehr permanent wurde – zumindest für den Moment. Noch immer lieben wir das Fahrradfahren. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, ohne Auto zu leben, was auf dem Land mit schlechtem öffentlichen Verkehr und in einer sehr bergigen Gegend nicht immer einfach ist. Unser Dorf liegt zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald, einer wunderschönen Gegend, in der man tolle und anstrengende Radtouren machen kann, wenn man das Ganze von der positiven Seite betrachtet.

Wir genießen unsere Freiheit noch immer in vollen Zügen. Wir können Tun und Machen, was wir möchten. Wir entscheiden, wann es an der Zeit für ein neues Radabenteuer ist und ob es ein Mikro-Abenteuer von nur ein Paar Tagen oder eine Sommer-Auszeit wird, die bereits in den nächsten Tagen beginnt.  Und weil wir wissen, dass wir jetzt einen Ort haben, an den wir immer wieder zurückkehren können, ist es noch viel entspannter, wieder auf Tour zu gehen.

Herzlichen Dank an alle, die unsere Berichte gelesen haben und mit uns über unseren Blog auf die Reise gegangen sind. Vielen Dank für die vielen Kommentare und Aufmunterungen, wenn’s mal nicht so lief. Danke, dass ihr dabei wart, ob fern oder nah. Und da wir auch in Zukunft auf unsere Drahtesel steigen, wird es auch weiter Berichte auf diesem Kanal geben. Das nächste Abenteuer steht vor der Tür!

Coming home

July 22 – October 7, 2016 – After a nightmarish flight back to Europe including a cancelled flight, and chaos at Frankfurt airport we arrived 24 hours late and without any luggage at Florence Airport in Italy. Plans had to change and instead of cycling into town we took a bus, looked for a cheap hotel and went out for dinner. Nothing else we could do.

Is there a better way to enjoy life?

It was hot and despite feeling shattered we loved being back in Europe, and even more so being in Italy. We were now looking forward to nice weather, the sea, beaches and some laid-back time with good food and wine at reasonable prices.

Thankfully all our gear including bikes arrived the following day: Johan started building the bikes and together we sorted our gear to send some no longer needed stuff home. After two days we moved to the local campground as we wanted to enjoy the beautiful city of Florence a few more days. We wandered around, made new friends, enjoyed lots of ice cream and after a week full of new impressions we moved on in the direction of the Mediterranean Sea for a break.

Camping in Florence underneath olive trees

Tuscany is hilly with steep climbs reminding us on Oman and tackling the short distance in the soaring heat wasn’t the easiest attempt. But we managed and found a decent campground where we would stay for the coming three weeks. Originally the idea was to stay a week or two, but as always, plans changed for good.

We were now beginning to think about our future off the bikes, still not knowing where exactly we want to live. Italy has always been an option and with house prices down, we considered this a good moment to investigate further. We visited a few brokers and one house. An old and beautifully Tuscany-style renovated house in a medieval village on top of a hill with sea view from every room and an olive orchard. We immediately fell in love. We could also have changed the house into a B&B, one of our ideas for the future. So Johan started calculating, we visited an Italian bank and made ourselves familiar with the rules and regulations in Italy. We even slept one night in ‘our’ house to get a better feeling for it. To cut a long story short: we didn’t buy the house as it wasn’t financially interesting for us to take such a risk and we weren’t really convinced about running a B&B for the rest of our working lives.

A house with a view
The smaller house on the left is the one we loved

After three weeks at the sea we continued cycling North. Through Tuscany and the beautiful and wild Apennine mountains in the direction of Venice and Verona. We wild camped, slept in a church and enjoyed the Italian lifestyle, mentality and the warm summer. We met friends from Germany who happened to be close by, at least that’s what we all thought. But actually they were more than 100 km North from us, what still didn’t keep them from seeing us for a few hours. A fabulous reunion by the sea.

Lucca: 

At a classical concert that takes place 365 days per year and where we’ve been before

On the way North: 

The devil’s bridge close to Barga, Tuscany

‘Wild’ camping at a hostel
Our view from our camp spot – Barga

Going for a 1-day micro-adventure through the Apennine mountains:

Due to the steep climbs we only reached the top by the end of the day

And only to notice that the climbs didn’t end there

The small village of San Pellegrino where we could sleep in the church
Our room at the church
Final photo before the big descent

Modena:

Ferrara: 

Getting closer to the Adriatic coast:

Drinks with our friends Andrea and Eric by the sea

We took another break in Verona – by now a well-known city for us as we’ve cycled various times through this part of Italy. With the Lago di Garda at a stone’s throw away, a beautiful campsite close to town but still far enough from all the touristy hustle and bustle it is one of our most beloved places in Italy. Of course we couldn’t leave the area without staying some days at Lago di Garda, given the weather was still absolutely beautiful and the cool water a welcome refreshment.

Verona:

Lago di Garda: 

We were now getting closer to Germany and to our new home for the coming months.

But first we spent a week with my parents in Northern Italy. This meant for us we could enjoy a real bed and a roof above our heads and leave the tent unpacked for a while.

Discovering the villages around us by bike and foot
A lovely hike in the mountains
And a well-deserved rest afterwards

 

 

 

We also discovered the area on our bikes and fulfilled ourselves another dream: we cycled the Stelvio Pass, famous for its over 40 switchbacks and fantastic views. We left early in the morning with the sun high above us. By the time we had tackled the first pass – we took a back road via Switzerland to avoid cycling the same road twice – the weather had changed and huge clouds covered the blue sky. We still didn’t mind as it made the climb a little easier. And by the time we finally arrived at the top of the mountain, it had started to snow! Hardly any view and cold, very cold. At the restaurant we both shovelled in spaghetti bolognese before we rolled down the switchbacks wearing all our clothes we had taken with us. Every once in a while the sky opened and we could enjoy the view.

Stelvio Pass: 

After a week we said our goodbyes knowing we would meet soon again – it would take us now less then a month to get back.

With the weather still being nice we took the slow way home. We crossed the Alps via the Fernpass, a pass we hadn’t cycled before. It also meant we could tick off another pass in the Alps.

Passo di Resia: 

Fernpass:

Back in Germany we met Samuel, with whom we had cycled in Iran and even though we only contacted him the day of our departure from Füssen he decided to join us for most of the day. It was a nice reunion and we hope to see him sometime soon again.

Neuschwanstein

We enjoyed a beautiful Indian summer and as Johan has never really been to Munich we took the detour and visited my family there.

On October 7, 2016, we finally arrived back in Empfingen from where we took off 15 months earlier. The first weeks we stayed with my brother and his family before we moved into our new temporary home in a village close by.

Coming home (photo Maria Hopp, Schwarzwälder Bote)

Now it was time to get used to a very different ‘settled’ life again and reflect on our travels. More than once we asked ourselves if we made the right decision coming home and not following our original plans to cycle all the way down to South America. But then we really didn’t enjoy any longer being on the road and camping every day. A tough climate and rough living conditions had taken their toll. The more time passed the more relaxed we became about our decision and made our peace with it.

We are now enjoying a nice home on the countryside and this previously temporary home has become a more permanent home – for now at least. Our love for cycling hasn’t died. On the contrary. We took the decision to live without a car, which isn’t always easy if you live in a village with absolutely no facilities and poor public transportation in a very hilly area. The village is located at the gates to the black forest and the Swabian Jura which makes for a lovely countryside and fabulous and strenuous bike rides, if you look at it from the positive side.

We now continue living our lives of freedom. We are free to do whatever we want to do. We decide if and when we want to go on another cycling adventure, be it a micro adventure of only a few days or weeks or our summer adventure which will begin shortly. And because we know we have a place to return to whenever we feel to do so it is even more relaxed than ever.

Thank you everyone for joining us, for all your comments and encouragement. Thank you for being with us, near and far. As we won’t stop cycling, we won’t stop blogging. Our next adventure is just around the corner.

Yukon, Kanada: “We never stop for anyone – we might get shot!”

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1.012 km und 7.542 Höhenmeter (insgesamt 10.604km und 64.409 Höhenmeter)

27. Mai – 12. Juni 2016 – Nach genau einem Monat auf dem amerikanischen Kontinent erreichten wir die kanadische Grenze. Um ganz genau zu sein standen wir am US-Grenzposten, einem kleinen Gebäude und die Zollbeamten wollten noch nicht einmal unsere Pässe sehen. Wir sollten noch nicht einmal ausgestempelt werden. Auch unsere Visumfragen blieben unbeantwortet, im gewohnt unfreundlichen Ton der US-Beamten. Wir fuhren etwas unzufrieden weiter, da wir noch immer nicht wussten, für wie lange wir später wieder in die USA zurück durften. Hier wurde uns erzählt, dass unsere Zeit in Kanada von unseren insgesamt erlaubten sechs Monaten abgezogen würde. Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass wir die USA nur einmal pro Jahr für sechs Monate besuchen dürften. Das war jetzt das dritte Mal, dass wir uns eine andere Geschichte anhören mussten – und das immer von offiziellen Immigrations-Behörden. Nach 25km erreichten wir dann die kanadische Grenze. Ein besonders freundlicher Zollbeamte stellte uns die üblichen Fragen: Wie viel Geld haben Sie? Was arbeiten Sie? Haben Sie vor, ein Verbrechen zu begehen? Haben Sie irgendwelche Waffen bei sich? Wir bekamen unsere Stempel und reisten in unser 32. Land per Rad ein.

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Yippie, wir sind in Kanada

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…und um ganz genau zu sein: in Yukon
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Mittagessen am Straßenrand

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Noch immer hatten wir keine Bären gesehen, aber wir wussten, dass dies nicht mehr lange dauern würde, da wir uns nun im entlegensten Gebiet unserer Reise befanden. Wir hatten immer Essen für mehrere Tage dabei, da wir kaum gute Informationen darüber bekamen, ob es Läden an den Tankstellen gab oder nicht. Oft mussten wir Hunderte von Kilometern durch die Wildnis radeln, ohne an irgendwelchen Häusern vorbeizukommen.

In diesem nördlichen Teil Kanadas war die Landschaft traumhaft. Schneebedeckte Gebirgszüge, Frühlingsblumen am Straßenrand, unendliche Wälder, rauschende Flüsse und bald auch viele Bären und anderes Getier. An einem Tag sahen wir einmal acht Bären. Definitiv zu viele für meinen Geschmack, aber im Nachhinein eine unvergessliche Erfahrung. Die Bären sehen so friedlich und freundlich aus, wenn sie am Straßenrand grasen. Mehr als einmal regten wir uns über Touristen auf, die meinten, ihre Fahrzeuge verlassen zu müssen, nur um für ein Foto so nah wie möglich an die Bären ranzukommen. Diese Tiere sind gefährlich und wir wurden täglich daran erinnert, wenn wir an ihnen vorbeiradeln mussten. Die Bären fixierten uns, bis wir außer Sichtweite waren. Manche Touristen beschuldigten uns sogar, dass wir die Bären verscheuchen würden. Und tatsächlich rannten einige zurück in den Wald, wenn wir um die Ecke kamen. Meist hielten sie dann in sicherer Distanz an und stellten sich auf die Hinterfüße, um besser sehen zu können. Über diese Touristen konnten wir nur die Köpfe schütteln.

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Dieser hier überquerte ganz gemütlich die Straße

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Dieser Fuchs besuchte unseren Zeltplatz, um nach Essen zu suchen
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Das sind Bergschafe obwohl wir finden, dass sie eher wie Bergziegen aussehen

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Neugierige Ziesel überall um uns herum
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Ups, schon wieder…

Leider hatten wir dieses Mal nicht wirklich Glück mit dem Wetter. Es regnete fast jeden Tag, manchmal nur ein Paar Schauer, oft aber auch Dauerregen. Zusätzlich kämpften wir täglich mit starkem Gegenwind, was uns unsere Zeit hier in Kanada nicht wirklich versüßte. Und als ob das nicht schon genug wäre kamen auch noch sehr unangenehme Kanadier dazu. Der Service entlang des Highways war unglaublich schlecht und die wenigen Läden, Tankstellenbesitzer und Campingplätze scherten sich auch kaum darum. Uns ist schon klar, dass es hier wirklich schwer ist, Geschäfte zu machen, da die Saison kurz ist und die meisten Amerikaner, die hier zu finden sind, verlassen ihre riesigen Campingbusse nur zum Tanken.  Und wenn ich hier riesig schreibe, dann meine ich eigentlich gigantisch groß, in der Regel mindestens so groß wie ein großer Reisebus für Fernreisen, die dann auch noch mindestens ein Auto, wenn nicht sogar einen Anhänger, in dem dann ein Auto, ein Motorrad und manchmal sogar noch Räder untergebracht waren. Wir saßen einmal in der Lounge eines Campingplatzes als so ein Gefährt vorfuhr. Johan meinte nur zu mir, “jetzt wird es voll, da fährt gerade ein Reisebus vor, da sitzen sicherlich 50 Leute drin!” Aber wir immer kam nur ein Ehepaar aus diesem Monster. Was uns allerdings am meisten schockierte war die Tatsache, dass es zum Fahren dieser Busse noch nicht einmal eines besonderen Führerscheins bedarf.

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Eine Anzeigetafel, auf der sogar Radreisende vorkommen…

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Ein noch recht kleiner Campingbus, das Fahrzeug dahinter wird einfach angehängt

Wir konnten überhaupt nicht verstehen, warum wir hier so unfreundlich behandelt wurden. Niemand schien Fahrradfahrer zu mögen, obwohl wir so gut wie die einzigen waren, die hier etwas aßen – ob gut oder schlecht – und viel Geld für Campingplätze bezahlten, die so gar nichts boten. In einer besonders abgelegenen Gegend hielten wir an einem Campingplatz, um unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Leider durften wir nicht, wir sollten Wasserflaschen kaufen, denn das Wasser aus den Wasserhähnen sei nur für Gäste. Wir gingen ohne Wasser und verärgert, da es gegen unsere Prinzipien ist, Plastikflaschen zu kaufen, wenn Trinkwasser reichlich vorhanden ist. Und es geht uns hier nicht um’s Geld. An der Bürotür hing übrigens dieses Schild: “Wenn Sie einen Bären sehen, kommen Sie nicht in mein Büro.” Das sagt schon alles! Später füllten dann deutsche Touristen unsere Wasserflaschen und wir stellten unser Zelt an einem kleine Bach auf, in dem wir uns auch wuschen. Essen gab’s an einem wärmenden Lagerfeuer und müde verkrochen wir uns später in unsere Schlafsäcke.

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Ohne diese wärmenden Lagerfeuer hätten wir Kanada wohl nicht überlebt

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In diesem Teil der Welt gibt es noch kaum Verkehr und wenn, dann handelt es sich um Touristen oder Versorgung-LKWs aus oder nach Alaska. Das machte das Radfahren trotz Highway für uns sehr angenehm. Leider bestand die Strecke aus vielen Baustellen und wir wurden dort dann oft ziemlich eingestaubt. Schlimmer war allerdings, dass wir auf Teilstrecken nicht mehr selbst fahren durften, sondern unsere Räder auf einen LKW laden mussten. Zu gefährlich! Beim ersten Mal versuchten wir noch zu verhandeln, merkten aber schnell, dass wir chancenlos waren. Anstelle mussten wir 20 Minuten warten, bis Feierabend war. Amerikaner – auch in Kanada – haben immer Angst, verklagt zu werden falls etwas passiert.

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Staub
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In so einem ‘Pilot Car’ durften wir meist durch die Baustellen fahren

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Eines Morgens, als wir unser Camp verließen, wohlwissend, dass es die nächsten 200 Kilometer nichts anderes gibt als Bäume, Berge und Bären sahen wir plötzlich ein Paar rote Gebäude in der Ferne. Als wir näher kamen, sahen wir ein Schild mit der Aufschrift “Creperie” und dachten, das muss entweder eine Fata Morgana sein oder ein Relikt aus früheren Zeiten. Aber nein! Es handelte sich tatsächlich um eine französische Bäckerei irgendwo im Nirgendwo, in der französische Leckereien, Brot und natürlich Crepes verkauft wurden. Obwohl wir gerade erst gefrühstückt hatten, konnten wir es uns nicht verkneifen, nochmals zuzuschlagen und gönnten uns ein leckeres zweites Frühstück.

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Ups, ein Grizzly. Schade eigentlich, dass wir gerade auf der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz waren

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Auf einem anderen Campingplatz teilte man uns mit, dass die Toiletten um 21 Uhr schließen würden und Duschen gäbe es im Übrigen auch nicht – und das für 20$. Wir waren bereits seit 120km und den frühen Morgenstunden unterwegs, es war mittlerweile 20:45 Uhr und Weiterfahren war keine Option. Wir wuschen uns daher so gut es ging schnell in den Toiletten. Später erfuhren wir dann, dass die Toiletten so früh abgeschlossen werden, da sich die LKW-Fahrer aus Mangel an Duschen darin waschen würden…

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In dieser Touristen-Information bekamen wir sogar Tee und Kaffee umsonst

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Mittlerweile fragt ihr euch sicherlich, warum wir überhaupt noch Campingplätze aufsuchen, anstelle irgendwo in der Wildnis zu zelten. Dafür gab es einige Gründe: Erstens fühlten wir uns auf Campingplätzen vor Bären sicherer als in der freien Wildbahn. Zweitens bekamen wir immer Wasser von anderen Reisenden und mussten das Wasser nicht aus den Flüssen filtern und trotzdem riskieren, krank zu werden. Der dritte und wichtigste Grund war für uns, dass wir unsere Essenstaschen und Toilettenartikel wie Zahnpasta nicht außer Reichweite von Bären in Bäume hängen mussten. Das wäre übrigens sowieso fast unmöglich gewesen, da die kargen Tannen keine geeigneten ausreichend starke Zweige hatten. Auf den Naturcampingplätzen gab es meist spezielle Schließfächer, in denen wir unser Essen bärensicher wegschließen konnten. Wenn nicht, ließen sich die bärensicheren Abfallbehälter immer von hinten öffnen, wo wir dann unsere Sachen verstauten. Ohne irgendwas im Zelt außer zwei müffelnden Radfahrern, Bärenspray auf beiden Seiten und Feuerwerkskörper, die Johan geschenkt bekam, schliefen wir meist relativ gut.

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Hier war mal wieder Umziehen angesagt – ein Tag, an dem es immer wieder regnete

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Die meisten staatlichen Campingplätze oder sogenannten Naturcampingplätze waren immer landschaftlich wunderschön gelegen. Tolle Aussichten, fast immer an einem See oder Fluss, allerdings immer ohne Duschen. Dafür gab es Plumpsklos und Feuerstellen mit Feuerholz. Meist musste das Geld in einen Umschlag und dann in einen Briefkasten gesteckt werden – in der Regel bezahlten wir zwischen 10 und 15$.

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Eine der spektakulären Eisenbrücken
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Beim Geschirr spülen
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Kunst der Ureinwohner Kanadas
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Ein Elch, den wir in Kanada nie gesehen haben

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Einige der Geschäfte am Highway waren dann doch besonders gut – und dann auch total überfüllt. Exzellenz spricht sich eben rum. Und wir haben natürlich auch tolle Menschen getroffen. Zum Beispiel unsere WarmShowers Gastgeberin Sue aus Whitehorse, bei der wir einige Tage bleiben durften und mit der wir eine Kanufahrt machten. Bei einem Treffen mit ihren Freunden lernten wir Dee kennen, eine Künstlerin, die mit Ton arbeitet. Wir luden sie spontan am nächsten Tag zu Sue zum Frühstück ein und sie zeigte uns ihre Kunstwerke. Wer sich für ihre Arbeit interessiert, kann gerne mal hier reinschauen:  http://www.DBaileyArt.com. Und dann gab es da noch den Amerikaner in Ruhestand, der einfach nur so anhielt, um zu fragen, ob wir etwas nötig hätten. Oder einige andere Amerikaner, die uns spontan zu sich nach Hause einluden, wenn wir dann wieder in den USA sind.

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Ein wunderschöner See, aber leider wieder Gegenwindp1260218
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Johan war so hungrig, dass er einen zweiten Hamburger bestellte
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Späte Ankunft am Vorabend verleitete uns dazu, in diesem schäbigen Motel abzusteigen
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Eine interessante Kirche in Haines Junction

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Wir sind klar für ein Mini-Abenteuer
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Letztes Foto mit unserer Gastgeberin Sue

Nach vielen Kilometern durchs Nichts und etwas weniger spektakulären Landschaften und nach der Überquerung der nördlichen Rocky Mountains  freuten wir uns auf Watson Lake, das auch als das Tor ins Yukon (von British Columbia aus gesehen) bekannt ist oder für seinen Schilderwald.

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Ein lustiger japanischer Radler, den wir kurz nach Whitehorse trafen

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Zeit für den Abwasch
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Das Tagebuch wird im heutigen Zuhause aktualisiert

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Eine der ältesten Brücken im Yukon
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In diesem riesigen Land die etwas einfachere Fortbewegungsmethode

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Und bevor wir in dieses Auto umsteigen, sind wohl noch einige Schönheitsreparaturen notwendig

Wir hielten am ‘RV Park’, um nach einem Zeltplatz zu fragen. Wir bekamen die unfreundliche Antwort: “Keine Zelte.” Da uns keine anderen Campingplätze bekannt waren, fragten wir, ob wir denn gegen Bezahlung duschen dürften, aber auch das war nicht möglich. Auf unsere Frage, warum er denn so unfreundlich sei, bekamen wir die Antwort, dass er Zelte nicht ausstehen könne, vor allem aber Radler, da diese ihre Essenstaschen immer außerhalb des Zeltes aufbewahren würden. Ja, natürlich. Was sollen wir denn im Bärenland machen, wenn es keine Schließfächer für Essen gibt?

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Wild campen auf einem Rastplatz

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Interessantes Fahrradgestell

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Zum Glück fanden wir noch einen anderen Campingplatz, versteckt hinter einer Tankstelle mit sauberen Duschen und Toiletten und sogar nagelneuen Waschmaschinen. Hier trafen wir ein älteres Ehepaar, das direkt neben uns parkte, ohne bei Ankunft auch nur einen Ton zu sagen. Später entschuldigten sie sich für ihre schlechte Laune, schließlich hätten sie 700 Meilen hinter sich. Am nächsten Tag erzählten wir ihnen, dass wir so enttäuscht über die Unfreundlichkeit der Menschen seien. Niemand spricht mit dem anderen, alle bleiben unter sich und interessieren sich nur für sich selbst. Wir erzählten auch, dass wir sehr verwundert waren, dass so gut wie nie jemand halten würde, um zu fragen, ob wir etwas bräuchten, Wasser zum Beispiel. Sie sagten uns dann, dass sie auch nie für jemanden halten würden, auch nicht für Radfahrer – man könnte sie ja erschießen. So eine Antwort kann nur von einem US-Amerikaner kommen. Uns kam es so vor, als würden alle Amerikaner in Angst leben.

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Nach Calgary ist es noch weit

Alaska: Where have all the bears gone?

1.389km und 8.858 Höhenmeter (insgesamt 9.753km und 58.032 Höhenmeter)
1,389km and 8,858 m altitude gain (9,753km and altitude gain of 58,032m in total)

27 April – 27 May, 2016 – Bridging the winter in Thailand hasn’t been our smartest idea ever. First, it was far too hot in Thailand to enjoy cycling and second, a 30-degree-temperature difference didn’t make our acclimatization much easier. We would feel cold for weeks. Thankfully we were warmly welcomed by the wonderful and a bit chaotic Lowe family in Anchorage who didn’t mind us staying longer than planned to get used to the time difference and the idea of cycling at for us still winter temperatures. We upgraded our gear, walked the dogs of our hosts, cycled around Anchorage, enjoyed yummy food and a different breakfast almost every day, ate Sushi with the lovely neighbors, were taken to the Exit Glacier and Steward, and participated in a bear awareness training. You would expect that one feels better prepared and less anxious after such a training. Failed! We now knew how to handle our bear spray, we knew we had to “stand the ground” if a bear would charge and that most charges were bluff charges and the bear turns away a meter before you. We even learned to fight back when a bear starts eating us or if a bear would attack our tent in the middle of the night. REALLY? We both were more afraid than ever of potential bear encounters and now felt like there was a bear behind every tree and after every corner of the road. However, it is still more likely for us to get hit by a car than charged by a bear. After 10 days we were finally ready to start pedaling – mentally as well as physically. Leaving was hard this time as we felt like losing our family – the downside of long-term travelers.

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Alaska seen from the aircraft
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A walk in the park
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Adding a bit more chaos to the kitchen
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Bear awareness training
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It’s Prom Day ❤
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Family picture 🙂
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A sleeping gentleman in front of the Sleeping Lady (name of the mountain in the background). She will only wake up when there is peace on earth everywhere! Thankfully Johan woke up earlier.
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The photographer in action
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FedEx Anchorage Hub
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Downtown Anchorage
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A walk to Exit Glacier
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In Seward with Merlin, Johan’s best friend
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❤ ❤ ❤
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Our little princess
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With Jim

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Leaving Anchorage accompanied by Omi and Bernice

Cycling Alaska in early May means cycling pre-season and lots of campgrounds and other even more important facilities such as grocery shops along the way were still closed. We left Anchorage heavily overloaded as our new family was afraid we would starve on the way. We chose to cycle the George Parks Highway to Fairbanks and from there the Alaska Highway to Canada.

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Busy roads and rainy weather leaving Anchorage

Weather at this time of the year is very unstable with chilly temperatures, sometimes snow and lots of rain. Forecasts are useless as the weather changes so quickly that they are mostly unreliable. Luckily we found a few more hosts on our way so we could get some shelter from the rain and cold, the one or the other nice warm meal and the often desperately needed hot shower. Shortly after Anchorage we were able to stay with an older lady living on her own with 13 sled dogs in the middle of nowhere. Last year a huge fire destroyed the forest around her house together with her greenhouse and a shed. Thankfully her beautiful house overlooking the vastness of forests and mountains stayed untouched by the flames. Due to heavy rains we were able to stay another day at her little cabin next to the house and dogs, entertained her with our road stories, listened to her life stories. In return for her hospitality we cleaned her house and Johan became friends with her dogs and fed them as well as cleaned their area from poop.

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Johan feeding the dogs

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My office for the day

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Our little cabin for 2 days

We continued cycling through rolling hills and endless forests and enjoyed fantastic vistas of snow-capped mountains and a myriad of lakes, if rain allowed. We camped at an abandoned lodge, always afraid we would wake up with a gun pointed at us as we had trespassed private property. At Denali National Park I celebrated my birthday and we admired North America’s highest peak, this time at fantastic weather. James and Amanda, our hosts at Denali, invited us that evening for a yummy dinner followed by drinks at a nearby bar with live music.

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Resting in the sun after tough cycling through rain and headwinds
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Moose – we saw them almost every day in Alaska, beautiful and mighty animals
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Mystic Alaska

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Birthday pie
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Can’t get any better
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With James

We still hadn’t spotted a single bear but instead moose and caribou. They would just graze next to the road and look curiously at us with their enormous heads. Strange enough we both are less afraid of these ungulates even though everyone keeps telling us that they are more dangerous than bears.

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Caribou

In Fairbanks we had an encounter of a very different kind: we met the real Santa Claus. He lives in North Pole and happened to be the brother of my former work colleague and decided to change his name into Santa Claus. At Christmas time he makes a lot of children very happy with his personalized letters and presents.

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Pouring rain all day so we stopped at this ‘inviting’ bar for a hot drink
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Remember the movie ‘Into the wild’?
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Meeting other cyclists from France
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Upon arrival in North Pole…
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…we had the pleasure of meeting Santa Claus
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Downtown Fairbanks
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Back in time in our new vehicle
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With our lovely hosts Marilyn and Simon

This day would continue with more unexpected surprises: our Anchorage family came to visit us and we camped together with their two children, two dogs, a chicken and a bunny. The next day little Omi decided she wanted to continue with us and we loaded all our luggage into the motorhome and flew with the wind 165 km further to our next campground. In the meantime the Lowe’s collected a Japanese cyclist on the way and upon arrival they spoiled us with delicious dinner. That night five adults, two children, two big dogs, a chicken and a bunny slept in a 6-person-motorhome as thunderstorms passed through.

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Arriving late at Birch Lake and getting lots of treats that evening
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Camping with 2 dogs, a chicken and a bunny :-)…
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…and very entertaining Omi

 

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Meeting Hiroki from Japan for the first time

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After another wonderful breakfast the following morning including fruit salad, pancakes, sausages, juices, coffee, tea, eggs and many more delicacies we bid our final farewell and continued cycling towards Canada together with Hiroki.

One big family
We are family!

On the beautiful Alaska Highway

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Alaska: Bären, wo seid ihr?

1.389km und 8.858 Höhenmeter (insgesamt 9.753km und 58.032 Höhenmeter)
1.389km und 8.858 Höhenmeter (insgesamt 9.753km und 58.032 Höhenmeter)

27. April – 27. Mai 2016 – Den Winter in Thailand zu überbrücken war nicht eine unserer besten Ideen. Erstens war es dort viel zu heiß zum Radeln und zweitens machte ein Temperaturunterschied von über 30 Grad die Eingewöhnung nicht einfacher. Uns war wochenlang nur kalt. Zum Glück wurden wir von den Lowes herzlich empfangen, wo wir länger bleiben konnten als ursprünglich geplant, um uns an die Zeitverschiebung und das Wetter zu gewöhnen. In Anchorage haben wir nochmals unsere Ausrüstung angepasst, sind viel mit den Hunden der Familie spazieren gelaufen, haben uns Anchorage radelnd angeschaut, haben lecker gegessen und bekamen fast jeden Morgen ein anderes Frühstück. Sushi gab’s bei den Nachbarn, und mit den Lowes sind wir nach Steward und zum Exit Glacier gefahren. Auch an einem sogenannten ‘Bärentraining’ haben wir teilgenommen. Man sollte annehmen, dass wir uns nach diesem Training gut gerüstet und sicher fühlten. Weit gefehlt! Wir wussten zwar, wie wir mit unserem Bärenspray umgehen müssen, wir wussten auch, dass wir stehen bleiben müssen, wenn ein Bär angreift, da es sich meist um Bluff-Angriffe handelt und der Bär normalerweise einen Meter vorher abdreht. Wir lernten auch, dass wir kämpfen müssen, wenn ein Bär beginnt, einen aufzuessen oder wenn er mitten in der Nacht unser Zelt angreift. ECHT? Jedenfalls hatten wir beide mehr Angst denn je vor Bären und sahen in den ersten Tagen unterwegs hinter jedem Baum und nach jeder Kurve einen Bären. Dennoch ist für uns die Wahrscheinlichkeit, in Alaska von einem Auto angefahren zu werden immer noch wesentlich größer, als von einem Bären angegriffen zu werden. Nach zehn Tagen fühlten wir uns endlich bereit, wieder in die Pedale zu treten – mental als auch physisch. Auch dieses Mal fiel uns der Abschied von der uns lieb gewonnenen Familie sehr schwer – aber so ist es eben als Langzeitreisender.

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Alaska von oben
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Spaziergang im Park
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Chaos in der Küche
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Bärentraining
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Prom Day ❤
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Familienfoto 🙂
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Ein schlafender Gentleman vor der schlafenden Lady (Name des Berges im Hintergrund). Die Lady wacht erst auf, wenn auf der ganzen Welt Frieden herrscht. Zum Glück ist Johan früher aufgewacht.
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FedEx Anchorage Hub
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Anchorage
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Spaziergang zum Exit Glacier
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In Seward mit Merlin, Johans bestem Freund
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❤ ❤ ❤
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Unsere kleine Prinzessin
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Mit Jim

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Abreise aus Anchorage in Begleitung von Omi und Bernice

Anfang Mai in Alaska ist noch immer Vorsaison und viele Campingplätze und was noch viel wichtiger für uns war, viele Supermärkte sind auf dem wenig besiedelten Weg noch nicht geöffnet. Und so verließen wir Anchorage völlig überladen, da unsere neue Familie Angst hatte, wir würden unterwegs verhungern. Wir fuhren auf dem George Parks Highway nach Fairbanks und von dort auf dem Alaska Highway nach Kanada.

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Noch verkehrsreiche Straßen und Regen auf dem Weg aus Anchorage

Das Wetter zu dieser Jahreszeit ist noch ziemlich instabil mit kühlen Temperaturen, Schnee und viel Regen. Wettervorhersagen sind völlig nutzlos, das Wetter ändert sich ständig.  Zum Glück kamen wir auf dem Weg ab und zu bei lieben Menschen unter, die uns vor Regen und Kälte retteten und uns die ein oder andere warme Mahlzeit zubereiteten sowie uns die oftmals dringend notwendige heiße Dusche zur Verfügung stellen. Kurz nach Anchorage übernachteten wir bei einer älteren Dame, die einsam und verlassen mit ihren 13 Schlittenhunden irgendwo im Nirgendwo lebte. Letztes Jahr wütete hier ein Waldbrand, der den kompletten Wald um ihr Haus herum, ihr Gewächshaus und eine Scheune niederbrannte. Zum Glück blieb ihr wunderschönes Haus mit Blick über Wald und Berge verschont.  Da es so schrecklich regnete, durften wir noch eine Nacht in der kleinen Hütte neben ihrem Haus bleiben, unterhielten sie mit unseren Erfahrungen und hörten uns ihre Lebensgeschichte an. Im Gegenzug putzten wir ihr Haus, Johan freundete sich mit den Hunden an und fütterte sie. Er entfernte sogar den ganzen Hundekot, da diese Hunde im Frühjahr und Sommer die meiste Zeit an der Kette sind.

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Johan füttert die Hunde

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Mein Büro für einen Tag

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Unsere kleine Hütte für 2 Tage

Danach ging es weiter über unzählige Hügel und unendliche Wälder. Wir hatten fantastische Aussichten auf schneebedeckte Berge und zahllose Seen, wenn es der Regen denn erlaubte. Einmal übernachteten wir in einer verlassenen Lodge, hatten aber die ganze Nacht Angst, mit einem Gewehr im Gesicht aufzuwachen, da wir ja immerhin Privateigentum betreten hatten. Im Denali National Park feierte ich meinen Geburtstag und wir bewunderten bei herrlichem Sonnenschein Nordamerikas höchsten Berg. James und Amanda, unsere Gastgeber in Denali, luden uns an diesem Abend zum Essen und in eine Bar mit Live-Musik ein.

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Pause in der Sonne nach hartem Radeln im Regen und gegen den Wind
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Elche – in Alaska haben wir sie fast jeden Tag gesehen, wunderschöne und imposante Tiere
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Auf dem Weg nach Denali
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Mystisches Alaska
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Geburtstagskuchen
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Viel schöner kann’s kaum werden
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Mit James

Noch immer hatten wir nicht einen einzigen Bären gesehen, dafür zahlreiche Elche und ein Karibu, die am Straßenrand grasten und uns neugierig mit ihren riesigen Köpfen beäugten. Komischerweise haben wir beide vor Elchen viel weniger Angst obwohl uns alle immer erzählen, dass sie viel gefährlicher und unberechenbarer als Bären sind.

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Karibu

In Fairbanks hatten wir dann ein Treffen der ganz anderen Art: Santa Claus. Er wohnt in North Pole (Nordpol) und ist der Bruder eines ehemaligen Arbeitskollegen, der sich dazu entschieden hat, seinen legalen Namen in Santa Claus zu ändern. An Weihnachten macht er viele Kinder mit seinen persönlichen Briefen und Geschenken glücklich.

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Strömender Regen den ganzen Tag und dies war die einzige Bar auf dem Weg für ein heißes Getränk.
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Aus dem Film ‘Into the wild’
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Radfahrer aus Frankreich
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Bei der Ankunft in Nordpol…
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… durften wir Santa Claus persönlich treffen.
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Fairbanks
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Zurück in die Vergangenheit in unserem neuen Fahrzeug
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Mit unseren lieben Gastgebern Marilyn und Simon

Dieser Tag sollte noch weitere unerwartete Überraschungen bringen: unsere Familie aus Anchorage kam uns besuchen und wir campten gemeinsam mit ihren beiden Kindern, zwei Hunden, einem Huhn und einem Hasen. Am folgenden Tag wollte Omi noch unbedingt weiter mit uns reisen und so luden wir all unser Gepäck in das Wohnmobil und flogen ausnahmsweise mit dem Wind 165 Kilometer weiter zum nächsten Rastplatz. In der Zwischenzeit hatten die Lowes unterwegs einen weiteren japanischen Radler aufgesammelt und am Ziel angekommen verwöhnten sie uns abermals mit leckerem Abendessen. In dieser Nacht schliefen fünf Erwachsene, zwei Kinder, zwei große Hunde, ein Huhn und ein Hase in einem 6-Personen-Wohnmobil, da heftige Gewitter angesagt waren.

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Ankunft in Birch Lake mit großem Verwöhnprogramm
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Campen mit 2 Hunden, einem Huhn und einem Hasen…
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… und der sehr unterhaltsamen Omi
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Hier treffen wir Hiroki zum ersten Mal

DSCF9926Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen mit Pfannkuchen, Obstsalat, Eiern, Würstchen, Tee, Kaffee und Saft verabschiedeten wir uns zum letzten Mal von unserer Familie und radelten gemeinsam mit Hiroki in Richtung Kanada.

One big family
Wir sind eine Familie!

Auf dem wunderschönen Alaska Highway

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Can someone please switch off the heating?

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Bärbel: 523 km and altitude gain of 1,092 m (8,365km and 49,174m altitude gain in total) Johan: 1,411km in Thailand/Cambodia (9,766km in total)

Please note: We slightly changed the layout of pictures including tiled mosaics and slide shows. If you scroll over or click on the photos you will be able to see captions in mosaics, in the slide shows they are shown automatically, but are sometimes a little harder to read.

28 February – 27 April, 2016 – After a sleepless night in the aircraft and a little nightmare of finding a big enough taxi to drive us and our big bike boxes to our guesthouse in Bangkok while trying to make ourselves understood – suddenly nobody would speak a word English anymore – we arrived shattered after a far too long ride through Bangkok. Our taxi driver had no clue where to go and  his lack of English didn’t make it easier when he tried to talk to his smartphone. “Ep Ep Gephaaa….” he would yell a hundred times. I couldn’t help but laugh and tried to make myself understood that I could try to speak into his phone to find the “F. F. Guesthouse”, when he suddenly held the phone in front of Johan’s face who would just repeat “Ep Ep Gephaaa” instead of helping the poor man. And that wasn’t even meant as a joke, he just didn’t get what the taxi driver was looking for.

Right before leaving Dubai I got a call from home. My mother had broken her ankle and needed surgery and with my father being sick as well, I decided to fly home for a few weeks to take care of them. So I spent the following days in Bangkok booking flights and packing up things while Johan prepared for his solo ride to Phnom Penh in Cambodia and back.

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At the F.F. Guesthouse
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View from our guesthouse

And here are some of Johan’s pictures from his ride in hot Thailand and Cambodia:

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On March 28 we were happily reunited again and a few days later we pedaled north. We both were happy being together again and I was happy to be able to cycle again. But not for long. We were cycling during the hottest period of the year and always tried to get up really early to cycle during cooler dawn temperatures. In fact the heat was so unbearable that we mostly stopped cycling after lunchtime. One early afternoon temperatures climbed as high as 47 degrees Celsius – our hottest ever. We spent a few days in Kanchanaburi, famous for the “Bridge on the river Kwai”, that was built during WWII by mostly war prisoners. It is estimated that more than 100,000 people died due to too much work, a lack of food, malnutrition, heat and diseases.

Road scenery on our way to Kanchanaburi: 

Kanchanaburi: 

As we were at the same time preparing for the next stage of our trip in the Americas we found out, that we needed to have visas for entering the US, as we had travelled through Iran previously. At first that came as a big shock to us, meaning we had to return to Bangkok to get the paperwork done. But it turned out to be a big advantage as we got a multi-entry visa valid for 10 years and now will be able to stay six months in the US instead of three only. We were also afraid, that we might not have enough time to get the visas ready on time. Completing the online visa application was a nightmare. It took us a full afternoon for just two applications with the system crashing or not saving our entries. Second step was the visa payment to be able to get an appointment at the US embassy for our interview. Not an easy one as the bank employee didn’t speak a word English and this was her first money transfer. We now got really worried, when she called her husband who would act as a translator. About an hour later we left the bank hoping that the money would reach the recipient. And it did – the next day we got our interview confirmation and could finally start pedaling again.

We cycled north along the river Kwai to Sai Yok National Park through beautiful lush nature, visited an old temple on the way and walked to see the Hellfire Pass where the railroad passed in WWII. Most afternoons we would spend in our air-conditioned guesthouse rooms and soon we returned to Bangkok. We spent more than a week in Bangkok avoiding the heat wave as much as possible. We were glad when we finally had our bikes packed in another taxi and were on our way to the airport.

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We couldn’t wait to arrive in chilly Anchorage, Alaska, to begin our second part of our journey – cycling the Americas.

Kann jemand bitte mal die Heizung ausschalten?

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Bärbel: 523 km und 1.092 Höhenmeter (insgesamt 8.365km und 49.174 Höhenmeter); Johan: 1.411km in Thailand/Kambodscha (insgesamt 9.766km)

Hinweis: Wir haben das Fotoformat leicht angepasst und Fotomosaiken und Slideshows hinzugefügt. Wenn ihr mit dem Mauszeiger über die Fotos gleitet oder darauf klickt, erscheinen Bildunterschriften auf den Mosaiken, in den Slideshows werden sie automatisch angezeigt, sind manchmal aber etwas schlecht zu lesen.  

28. Februar – 27. April 2016 – Eine weitere schlaflose Nacht im Flugzeug und die albtraumartige Suche nach einem passenden Taxi, das sowohl uns als auch unsere verpackten Räder transportieren konnte, ließ uns völlig kaputt in unserer kleinen Familienpension in Bangkok ankommen. Plötzlich sprach kein Mensch mehr Englisch und unser Taxifahrer hatte trotz Adresse keine Ahnung, wohin er uns fahren sollte. Seine nicht vorhandenen Englischkenntnisse machten die Fahrt nicht unbedingt leichter. Immer wieder schrie er in sein Smartphone “Ep Ep Gephaaa….”. Ich konnte mir das Lachen auf dem Rücksitz kaum verkneifen, versuchte aber, ihm mit Händen und Füßen mitzuteilen, dass ich es ja mal versuchen könnte, das ‘F. F. Guesthouse’ zu finden. Plötzlich hielt er das Telefon Johan vor’s Gesicht, der vor lauter Schreck den Taxifahrer imitierte und ebenfalls “Ep Ep Gephaaa….” schrie. Und er wollte den Taxifahrer noch nicht einmal verarschen, Johan hatte keine Ahnung, wonach unser Fahrer suchte :-).

Kurz vor Abflug in Dubai erhielt ich eine Nachricht aus Deutschland. Meine Mutter hatte sich das Sprunggelenk gebrochen und mein Vater war auch schon seit Längerem krank. Daher entschied ich mich, für ein Paar Wochen unsere gemeinsame Reise zu unterbrechen und nach Hause zu fliegen und verbrachte die kommenden Tage in Bangkok damit, einen passenden Flug zu buchen. Johan bereitete sich auf seine Solo-Radreise nach Phnom Penh in Kambodscha vor.

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Im F.F. Guesthouse
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Aussicht von unserer Pension

Und hier nun Fotos von Johans Reise durch Thailand und Kambodscha:

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Am 29. März waren wir dann wieder glücklich vereint und ein Paar Tage später machten wir uns wieder auf die Räder gen Norden. Wir waren beide froh, wieder zusammen zu sein und ich freute mich auf das Fahrradfahren. Die Freude dauerte aber nicht sehr lange an. März und April sind die heißesten Monate in Thailand und so standen wir immer sehr früh auf, um bei Sonnenaufgang und etwas kühleren Temperaturen auf den Rädern sitzen zu können. Tatsächlich war es so heiß, dass wir das Radeln nach dem Mittagessen meist aufgaben. Eines frühen Nachmittags kletterte das Thermometer auf über 47 Grad Celsius, noch nie sind wir bei dieser Hitze geradelt. Wir verbrachten ein Paar Tage in Kanchanaburi, das für seine “Brücke über den Kwai” bekannt ist. Die Brücke wurde während des 2. Weltkrieges hauptsächlich von Kriegsgefangenen gebaut. Es wird davon ausgegangen, dass dabei 100.000 Menschen regelrecht draufgingen. Gründe: zu viel und zu harte Arbeit, zu wenig Essen, Fehlernährung, Hitze und Krankheiten.

Auf unserem Weg nach Kanchanaburi: 

Kanchanaburi: 

Da wir uns nebenbei auch mit der Vorbereitung unserer Weiterreise in Nordamerika vorbereiteten, fanden wir heraus, dass wir für die USA ein Visum benötigten, da wir einen Iran-Stempel im Pass hatten. Das war zunächst ein großer Schock für uns, denn wir mussten deswegen zurück nach Bangkok, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen. Im Nachhinein stellte sich das Visum aber als ein großer Vorteil heraus, da wir jetzt die nächsten zehn Jahre immer wieder in die USA einreisen können und jedesmal sechs anstelle der sonst üblichen drei Monate bleiben dürfen. Wir hatten auch ein bisschen Angst davor, nicht genügend Zeit für die Visumanträge zu haben. Es dauerte bereits einen ganzen Nachmittag, bis wir das Online-Formular ausgefüllt hatten, ein reiner Albtraum. Andauernd stürzte das Programm ab und wir mussten Daten ständig neu eingeben. Im nächsten Schritt mussten wir dann unsere Visa bezahlen, bevor wir überhaupt einen Interview-Termin in der Botschaft bekamen. Auch das war leichter gesagt als getan: die Bankangestellte sprach kein Wort Englisch und hatte auch noch nie zuvor eine Überweisung getätigt. Nur mit Hilfe ihres Ehemannes, der telefonisch dolmetschte, konnten wir die Bank eine Stunde später und um je 130 US-Dollar erleichtert wieder verlassen. Jetzt bangten wir darum, dass das Geld auch ankommt. Alles lief glatt und am nächsten Tag bekamen wir unseren Interview-Termin und konnten endlich wieder ein bisschen weiterradeln.

Wir fuhren in nördliche Richtung, immer entlang des Flusses Kwai in den Sai Yok Nationalpark durch wundschöne, grüne Landschaften, kleine verträumte Dörfer, besuchten einen alten Tempel unterwegs und liefen entlang der alten Eisenbahnschienen zum Hellfire Pass. Die Nachmittage verbrachten wir meist in unseren abgekühlten Hotelzimmern und bald mussten wir uns auch wieder auf den Weg nach Bangkok machen. Mehr als eine Woche verbrachten wir in der schrecklich heißen Stadt, vermieden die Hitze aber so gut es ging. Wir waren froh, als wir endlich unsere Radboxen wieder im Taxi verstaut hatten und uns auf dem Weg zum Flughafen und ein neues Abenteuer befanden.

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Wir konnten es kaum erwarten, im kühlen Anchorage, Alaska, anzukommen und den zweiten Teil unserer großen Reise in Amerika zu beginnen.